Montag, 18. September 2017

Meine Interpretation von Sorbetto

Obwohl es jetzt schon deutlich Herbst werden will, zeige ich euch am heutigen MeMadeMitwoch noch einmal ein sommerliches Blüschen, das ich für diese Saison genäht habe.

Sorbetto ist ein kostenloses Schnittmuster von Colette-Patterns. Ursprünglich ärmellos, wurden der  sehr beliebte Schnitt nach und nach um kurze Ärmel und eine Version in Tunikalänge ergänzt. Der Schnitt schlummerte schon lange in meiner Sammlung. Aber erst, als sich der richtige Stoff - das schöne schwarzweiß getupfte Viskosegemisch von Stoff & Stil - fand, wanderte Sorbetto auf die kontkrete Projektliste.

Der Plan sah die Version mit Ärmeln vor, und statt des mit Schrägband versäuberten Halsausschnittes sollte eine Schluppe daran gebastelt werden. Das hatte ich bei meiner Schirmchenbluse schon einmal geübt und für machbar gefunden.

Eigentlich wollte ich Sorbetto schnell mal noch beim Nähtreffen auf Schloss Noer nähen, doch leider kam dort alles anders - und das zugeschnittene Top wanderte ungenäht wieder mit nach Hause.
Und lag dort noch bis in den Juni. Das kalte Wetter, das einfach nicht sommerlich werden wollte, machte keine Lust auf das Nähen leichter Kleidung.

Schließlich habe ich mich aber doch aufgerafft und das Projekt in Angriff genommen.
Und bin ganz angetan.
Sorbetto ist ratzfatz genäht. Auch mit Ärmeln und der Schluppe.
 

Vom Stoff bin ich sehr begeistert. Er war nicht flutschig, fällt sehr schön und hat doch eine etwas schwerere Anfassqualität. Die Tupfen finde ich ohnehin großartig!

In einigen Posts zu Sorbetto habe ich gelesen, dass es Probleme gab mit der Passform der Ärmel, dass der Ausschnitt sehr "halsfern" sei, und die Länge eher was für Kleine.

Keins dieser Phänomene habe ich bei meinem Projekt beobachtet. An Länge habe ich nichts zugegeben und finde das Shirt gerade richtig :


Die Schluppe habe ich als langes Rechteck zugeschnitten, die langen Enden verstürzt und den Halsausschnitt mit einer Rechts-Links-Naht eingefasst. In der vorderen Mitte, wo die Schluppe gebunden wird, habe ich ein ca 10 cm langes Stück mit Schrägband eingefast:

Kenner werden feststellen, dass ich statt der ursprünglich vorgesehenen nach außen gerichteten Faltung eine Kellerfalte gearbeitet habe (ich habe quasi die Faltung auf die Innenseite gelegt). Das gefiel mir in Verbindung mit der Schluppe besser, da diese die markante Falte des Originals ohnehin teilweise verdeckt hätte.

Im Eifer des Gefechts habe ich erst am Ende gemerkt, dass ich die Brustabnäher vergessen habe.
Das tut der Passform aber keinen Abbruch, wie ich finde.
Einzig die Ärmel könnten etwas länger sein. Ich habe sie ganz knappkantig gesäumt - beim nächsten Mal würde ich ein paar Zentimeter Länge hinzugeben und vielleicht eine kleine Manschette mit einem Knöpfchen dazu arbeiten.

Die Fotos sind übrigens beim Gartenfest des Nachbarn entstanden. In dessen traumhaften Garten gibt viele Ecken und Winkel mit kleinen Kunstwerken, die allesamt erst einmal entdeckt werden wollen.

Für diese Sorbetto-Version habe ich 1.30 m Stoff verbraucht, der meine Juli-Bilanz bei der Stoffdiät etwas aufhübscht. Über den Sommer war ich nämlich etwas nähfaul - ging euch das auch so?





Mittwoch, 13. September 2017

Abgenommen (oder: der Klon)

Nein, nein, nicht ich habe abgenommen.
Aber eine meiner Lieblings-Sommerhosen war verschlissen. Und da Hosen kaufen für mich ein noch größeres Gräuel ist als Hosen nähen, habe ich die alte Hose auseinandergeschnitten und den Schnitt - genau! - abgenommen.

Meine Nähfreundinnen zweifelten etwas und staunten: "Das geht?"
Ja, das geht. Zumindest, wenn man ein Guerilla-Näher ist wie ich.
Weißes Leinen mit Stretch-Anteil hatte ich, der Stoffdiät zum Trotz, schon im Frühjahr gekauft. Ende Juni erfolgte dann beherzt der Zuschnitt.

Zwar gibt es keine Anleitung zum Schnitt, aber mit ein bisschen Erfahrung und der intakten Hosenhälfte zum Gucken, wie es am Ende aussehen soll, war das Ganze kein Problem.

Die Taschenkonstruktion fand ich bei der Kaufhose ganz interessant, das Taschenfutter ist vorn in der Reißverschlussnaht mitgefasst. Das macht die Taschen schön geräumig.

Den Bund habe ich wieder mit Schrägband versäubert - ich mag den sauberen Look, der sich daraus ergibt. Schrägband und Knöpfe hatte ich in meinem Lager vorrätig, ebenso den Reißverschluss und den Stoff für den inneren Bund und die Taschenbeutel. Ein bisschen was an Reststoffen wurde also doch verbraucht.
Durch den Stretchanteil im Stoff saß die Hose sehr locker, daher habe ich vorne Abnäher eingebaut.
Merkwürdigerweise war die Hose am Ende trotz einiger cm Zugabe ein bisschen kurz. So habe ich den Saum ebenfalls mit Schrägband versäubert. Wenn ich das Modell also noch einmal nähe, muss ich darauf achten, mindestens 10 cm an Länge zuzugeben.


Und so ist sie nun fertig, meine neue Sommerhose. Viel Gelegenheit, sie zu tragen, gab es in diesem nicht vorhandenen Sommer leider nicht. Vielleicht gibt es einen goldenen Herbst, dass ich sie noch einmal tragen kann.

Die Gürtelschlaufen werde ich noch einmal ändern. Aktuell sind sie gemacht für einen ganz schmalen Gürtel. Der funktioniert bei mir allerdings nur bei Hosen, die etwas höher in der Taille sitzen. Ich habe noch einen schönen breiten Gürtel, der besser passen dürfte. Eventuell werde ich auch hinten noch ein bisschen Weite wegnehmen. Das aber alles vermutlich erst im nächsten Sommer.
Grundsätzlich aber bin ich mit dieser "Guerilla-Hose" sehr zufrieden. Das Nähen war einfach, trotz der Details, und sie trägt sich sehr bequem. 

Bilanz für die Stoffdiät: 2 m weißes Stretchleinen, einige Reste an weißem Voile.

Und ihr lieben Mitstreiterinnen beim MeMadeMittwoch? Näht ihr schon für den Herbst, oder zeigt ihr noch Sommergarderobe?



Dienstag, 12. September 2017

Stoffdiät im September

Das Jahr ist schon weit vorangeschritten, und so treffen wir uns schon zum fünften Mal zur Stoffdiät bei Küstensocke!

Unsere Gastgeberin und "Chefin" der Aktion hat schon sagenhafte 100 m Stoff vernäht in diesem Jahr. Wahrlich eine reife Leistung! So viel habe ich längst nicht geschafft - aber mein Stofflager war von Anfang an viel kleiner.

Erst einmal muss ich Zugänge "beichten" - vier Meter Jersey haben zu mir gesprochen, denen ich nicht widerstehen konnte. Besonders die Pusteblumen hatten es mir sehr angetan. Davon habe ich zwei Meter für ein Knotenkleid, von den anderen beiden (die kommen auch gleich noch einmal vor) jeweils einen Meter.
Aktuell beläuft sich mein Bestand auf 25..3 m - trotz der Zugänge also etwas weniger als beim letzten Mal. Anfang Januar waren es noch über 40 m, und dazugekauft habe ich (böses Mädchen!) auch einiges.
Fast alle Vorräte passen nun in meine Stoffkiste:
Alle Stoffe bis auf 1,5 m Stretchjeans sind Projekten zugeordnet, die ich nur mal irgendwann nähen muss:
- eine bunte Sommertischdecke
- eine graue Hose
- eine blaue hose
- ein Tischläufer (Weihnachtsgeschenk)
- ein schwarzes Leinenkleid samt Futter
- eine blaue leichte Sommerhose
- das Pusteblumen-Knotenkleid
- und noch ein weißes T-Shirt.
Dazu ein paar Futterstoffe, die ich aber in der Bilanz nicht mitzähle. That's it.

Wer genau hinsieht, stellt fest, das oben locker einige Zentimeter Luft sind. In der Kiste fehlen 3m Walk und 2m dicker Sweat. Das bringt mich zum Thema des diesjährigen Treffens:
"Dicke Stoffe vernähen schafft Platz" - mein nächstes Projekt ist der Stadtmantel , für den die 3 m Walk vorgesehen sind. Der dicke Sweat soll eine Sofahose "Siri" werden. Oder vielleicht doch eine ganz einfache Yogahose, wie sie in der aktuellen Ottobre ist? Mal sehen.

Mittlerweile geht es mir so, dass ich für "spontane" Inspirationen keine Stoffe mehr habe. Da wie gesagt alle vorhandenen Stoffe festen Projekten zugeordnet sind, habe ich einsehen müssen, dass ich ab und an doch Stoff kaufen "darf" - denn ein kreatives Hobby macht keinen Spaß, wenn man immer nur nach festem Plan näht und sich zwischendurch nicht auch einmal Spielraum gönnt.

Dazu habe ich festgestellt, dass ich von den knapp 30 m Stoff, die ich in 2017 gekauft habe, immerhin 24.9 m bisher vernäht habe.

Das finde ich gar nicht so schlecht, zeigt es mir doch, dass mein Gespür für meine verfügbare Nähzeit UND meinen reellen Output entwickelt habe. Beides ist tatsächlich deutlich geringer als in meiner Vorstellung, was in der Vergangenheit zum Aufbau des Stoffbergs beigetragen hat.
Dazu ist es mir inzwischen wichtig, kombinierbare Teile zu nähen, was bedeutet, dass ich beim Stoffkauf deutlich kritischer bin als zu Beginn meiner Nähkarriere. Und ich versuche, hochwertiger zu nähen statt "auf Masse", was bedeutet, dass ich länger an einem Projekt sitze und als Folge davon weniger Projekte abarbeiten kann.
Der Trick für mich ist also, nicht mehr zu kaufen, als man vernähen kann, und nur Stoff zu konkreten Schnitten zu kaufen. Für diesen Erkenntnisgewinn hat mir diese ganze Übung schon sehr geholfen - Danke, Antje!


Seit dem letzten Treffen habe ich eher wenig "weggeschafft". Was genau, das will ich euch noch schnell zeigen.

- Einen Schlafshorty, der mir in den wenigen warmen Sommernächten, die wir hierzulande hatten, gute Dienste geleistet hat - 1,50 m 

 - Eine "Guerillahose" aus weißem Leinen, die ich morgen beim Memademittwoch genauer zeigen werde - 2 m

- eine Sorbettobluse mit Schluppe, die ich auch noch genauer vorstellen werde - 1.30 m


- einen Sweatshirt-Hoodie, der ebenfalls noch genauer gezeigt werden wird) - 1.5 m

- und am vergangenen Sonntag beim Nähtreffen mit Kape Anlumi 2 Shirts "Frau Marlene" (werden ebenfalls noch gesondert vorgestellt) - 2 m

Insgesamt lächerliche sieben Meter in zwei Monaten... Allerdings habe ich nebenher noch etliche Taschen als Geschenke oder für mich genäht, wie z. B. diesen Strickprojektbeutel.  Leider kosten diese Taschen einiges an Zeit, schaffen aber kaum Material weg - und in meinem Fall sind die verwendeten Stoffe sogar Reste und daher nicht erfasst. Taschenprojekte habe ich noch auf der Liste, dann kommt wieder Kleidung für mich dran. Versprochen!

Mal sehen, wie weit meine Mitstreiterinnen bei der Diät gekommen sind - hier ist es nachzulesen.









Täschchen für das Handwerkszeug

Wie haltet ihr Ordnung in eurem Handwerkszeug, das ihr fürs Nähen braucht?
Schere, Nadeln, Schraubenzieher, Einfädler...
All diese Gegenstände habe ich bisher in diversen Schachteln und Kästen aufbewahrt, wenn ich sie nicht brauchte. Wenn ich sie aber brauchte, flogen sie völlig unkontrolliert auf meinem Nähtisch herum - und fielen gern auch einmal unter den Tisch.

Damit ist jetzt Schluss! Nachdem mein Nähzimmer renoviert wurde und alles sehr ordentlich in Regale und Schränke einsortiert wurde, musste auch eine Lösung für den Kleinkram gefunden werden. Im letzten Herbst habe ich bei einem Ausflug nach Friedrichstadt schon passende Stöffchen gekauft, für genau dieses Taschenprojekt. Aber wie genau die Tasche aussehen sollte, wie sich alles Zubehör ordentlich, sinnvoll und leicht zugänglich verstauen ließe, darüber habe ich doch einige Zeit gegrübelt.

Wie so oft, muss man einfach mal anfangen, dann fügt sich vieles von alleine.
Alles Zubehör ausbreiten, arrangieren, ausmessen - und losnähen:

Stück für Stück habe ich mich an die endgültige Form herangetastet.
Ein Reißverschluss musste sein, damit nichts rausfällt.

Gummizüge halten alle Werkzeuge am Platz fest.

 Und eine "Doppelseite" innen bietet Platz für Schere und viele viele Steck- und Nähnadeln.

Beim Einfassen kam mir der inzwischen heißgeliebte Schrägbandeinfasser wieder sehr zur Hilfe:

Und außen habe ich noch eine Tasche mit Druckknopf angebracht, für Kleinkram, von dem ich jetzt noch nichts weiß ... 😊


Im Alltagsbetrieb hat sich das Täschchen schon sehr gut bewährt. Alles ist griffbereit, übersichtlich, platzsparend verstaut, nichts geht verloren - ich bin top zufrieden!

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Taschen & Täschchen
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Mittwoch, 6. September 2017

Ferienlieblinge

Endlich ist die Sommerpause beim MeMadeMittwoch vorbei!
Obwohl ich tatsächlich nie an Langeweile leide, fehlte mir in den letzten Wochen doch die wöchentliche Präsentation von selbstgemachter Kleidung. Ich hoffe, das Moderatorenteam und auch ihr Mitstreiterinnen seid gut erholt und hattet wunderbare Ferien.

Heute ist tatsächlich mein erster Arbeitstag nach zweienhalb wunderbaren Ferienwochen, und ich darf gleich mit einer Diestreise ins schöne Zürich starten.
So sind meine Erinnerungen an meine schönsten Ferienerlebnisse noch recht frisch, und ich teile sie gerne mit euch!

Im Juni waren wir schon eine Woche auf unserer Lieblingsinsel Usedom, aber der Haupturlaub fiel in die letzten beiden Wochen im August. Diesmal war unser Ziel Amsterdam und die Nordseeinsel Texel.

Den Hinweg haben wir in Etappen gestaltet und einen Zwischenstopp in Ibbenbüren bei Osnabrück eingelegt, um den Teichpark von NaturaGart zu besuchen.
Hier kann man ein großes Parkgelände durchwandern und viele verschiedene Teichlandschaften und ihre Pflanzen und Tiere bewundern.
Einige Teiche sind sogar "von unten" zu bestaunen, so dass man auch die Fische von Nahem beobachten kann. Zum Beispiel ganz imposante, meterlange Störe. Außerdem gehört ein riesiger Tauchteich zum Gelände, hier kann man Tauchschüler beim Trainig beobachten. Und man kann megalecker Kuchen im zugehörigen Café futtern, allein dafür lohnt sich schon der Besuch!



Momentan sind die letzten Seerosen- und Lotosblüten zu bewundern, und eine wahre Pracht an Dahlien, wie im Hintergrund zu erkennen.
 Auf dem Foto trage ich meinen zweiten "Hint of Summer" in sommerlichem Gelb. Tatsächlich war es an diesem Tag nach gefühlt monatelangem Regen endlich einmal trocken und warm genug für das luftige Pullöverchen, dessen Entstehung ich hier schon beschrieben habe. 

Von Ibbenbüren sind es nur zwei Stunden bis Amsterdam, unserer nächsten Zwischenstation. Einen Tag lang haben wir uns dem Trubel der Stadt gewidmet Dabei habe ich den besten Ehemann von allen gaaanz zufällig zum Albert Cuyp-Markt gelotst - und keinen Stoff gekauft - und auch zu Stephen & Penelope, dem Kultladen von Stephen West - und ein Vermögen investiert. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt.
Der beste Ehemann von allen wartete glücklicherweise geduldig draußen und gab sich seinen eingenen Versuchungen hin. 😂

Highlight des Besuchs in der Stadt war aber das Rembrandthuis - ein ganz sehenswertes Museum! Zufällig war gerade eine Vorführung darüber, wie die großen Meister früher ihre Farben zubereitet haben. Der Vortragende hatte sein Thema gefunden und wusste ganz mitreißend zu erzählen, wie wie teuer die Farbe war, und vorzumachen wie mühsam es war, die Mineralien zu mahlen - natürlich mit den zeitgenössischen Werkzeugen und unter Erläuterung einiger von Rembrandts Werken. Eine Stunde stand ich dabei und war ganz Ohr und Auge!
Den folgenden Tag haben wir in Zaandam verbracht und uns die Zaanse Schans angesehen. Ebenfalls absolut empfehlenswert! Ein großes Freilichtmuseum mit Tante-Emma-Laden "ganz wie früher", den üblichen Andenkenläden und Restaurants, und vielen Windmühlen, die teilweise wieder instandgesetzt wurden, um die Funktionsweise für die Nachwelt zu erhalten. Darunter eine Gewürzmühle mit kleinem Museum, eine Farbmühle, in der die Minerale für Herrn Rembrandt gemahlen wurden, und eine Sägemühle, in der heute wieder für den Baustoffmarkt Holzstämme zu Bretter nach Wunschmaß gesägt wurden. Hier gab es wieder einen dieser Mitmenschen, die ihre Bestimmung gefunden zu haben scheinen, der ganz spannend von der Funktionsweise der Sägevorrichtung und den Herausforderungen zu berichten wusste, wenn zu viel oder zu wenig Wind herrscht. Wirklich spannend - vor allem weil die Windkraft schon vor hunterten Jahren so smart und vielfältig genutzt wurde!


Neben den typischen Holzschuhen trage ich auf dem Foto unten meine gekürzten Classic Flares vom letzten Jahr ( klick hier) - und mein Ringelshirt nach dem Schnitt "Solid & Striped" (klick hier), genäht in diesem Frühjahr. Bequem, luftig, fahrradtauglich - genau mein Ding.


 Weiter ging's nach Texel, hierzu muss man Fähre fahren.
Habe ich eigentlich erwähnt, dass mit Beginn des Urlaubs ein traumhafter Spätsommer mit Sonne und angenehmen Temperaturen um die 20°C einzog? Was für ein Glück! So durfte mein Hint of Summer bei der kurzen Überfahrt mit an Deck.
Texel ist eine wunderschöne, gar nicht mal so kleine Insel mit einer herrlichen Dünenlandschaft zur Nordsee hin. Per Fahrrad lässt sie sich sehr gut erkunden, es gibt überall separate Fietspaden und wenige Steigungen. Was man aber nicht verachten sollte ist der Wind - bei der Fahrradtour am ersten Tag über mehr als 25 km hatte ich auf dem Rückweg schwer zu kämpfen, da der Wind ganz hartnäckig und steif von vorne wehte.

Mein Ankershirt, ebenfalls vom letzten Jahr, musste bei so einem maritimen Ziel natürlich mit:
Den großzügigen Ausschnitt musste ich allerdings der Sonne wegen mit einem Schal abdecken. Bei der erwähnten Fahrradtour hatte ich mir nämlich ordentlich das Dekoletée verbrannt, was ich nicht verschlimmern wollte. Der Sonne entkommen sind wir im Museum Kaap Skil - ebenfalls ganz toll und sehenswert (und wir bekamen sogar noch Freikarten für ein weiteres Museum dazu). Zum Gelände gehören ein kleines Freilichtmuseum, sowie eine große Ausstellung über die Geschichte der Schiffahrt und Fischerei auf Texel, darunter ein großer Schuppen voll mit Dingen, die den Fischern ins Netz gegangen sind. Unglaublich, was da alles zu sehen ist! Im Erdgeschoss gibt es außerdem ein großes Modell der "Texeler Reede", dass über kleine Filmchen die Zeit der Ostindienfahrten veranschaulicht. Ihr merkt, ich bin immer noch sehr begeistert!
 
 Natürlilch gehört auch Strandleben zum Inselurlaub. Unbedingt!
Der Wind am Strand ist allerdings auch an warmen Tagen sehr frisch. Und wer, so wie wir, schnell verbrennt und deshalb unterm Sonnenschirm sitzt, friert im Schatten umso schneller. Gut, dass mein neuer Pullover "Get moving" noch rechtzeitig vorm Urlaub fertig geworden ist, der hat mir am Strand gute Dienste geleistet. Den Pullover habe ich bisher noch nicht verbloggt, das werde ich in der nächsten Zeit nachholen.


 Texel ist als Insel unglaublich vielfältig. Es gibt wunderschöne Dünen zur Seeseite, in denen gerade die Heide blühte, viele und große Muscheln am Strand (anders als bei uns an der Ostsee), Polderlandschaften und überall kleine Kanäle. Natürlich auch jede Menge Schafe, Kühe und Pferde - wie ein kleines Bullerbü! Und allüberall Weitblick und freie Sicht. Zusammen mit dem schon erwähnten stetig blasenden Wind sorgt das für einen freien Kopf - genau richtig!


 Über das Wattenmeer und seine Bewohner, insbesondere über den Naturpark Texelsche Dünen, kann man im Ecomare-Bescucherzentrum vieles erfahren. Hier gibt es neben verschiedenen Aquarien und einem wunderbaren Dünen-Außengelände eine Seehunde-Aufzuchtstation zu sehen. Hier haben wir den Seehund Harry kennen gelernt, und auch die vor einiger Zeit gestrandeten Schweinswale Dennis und Michale, die leider alle nich mehr ausgewildert werden können. Dafür ziehen sie die Besucher bei den Fütterungen an. Auch viele kleinere Robben in der Aufzuchtstation sind zu sehen (die sind aber auch wirklich zu niedlich), die wieder ausgewildert werden, sobald sie genug Speck angesetzt haben.

Praktischerweise liegt das Ecomare nicht weit weg vom Strand, und an diesem Strandabschnitt steht auch eines der vielen Strandrestaurants, wo man tagsüber die Portion Pommes, das Eis oder die Cola bekommt, aber auch häufig lecker essen kann.
 Da die Strandrestauerants alle an der Westseite der Insel gelegen sind, gibt es das Spektakel zum Sonnenuntergang gratis dazu. Perfekte Plätze!
Mein erstes Ringelshirt, vor zwei Jahren noch ohne Overlock genäht und inzwischen ganz schön abgeliebt, durfte auch noch einmal mit in die Ferien. Hier sitze ich gerade in einem der genannten Strandrestaurants und überlege, was die Speisekarte mir heute Leckeres bieten könnte.

Alles in allem war es wirklich ein total gelungener Urlaub. Wettermäßig war das Timing perfekt, denn am Abreisetag goss es aus Eimern, so dass der Abschied nicht so schwer fiel.

Wie ihr seht, ist meine Kleidung im Urlaub zweckmäßig - lässt genug Bewegungsfreiheit, ist luftig und folgt großteils meinem sicheren Farbkonzept blau-weiß-rot. Damit ist alles mit allem kombinierbar, und der Koffer kann eine Nummer kleiner ausfallen. Hätte ich gewusst, dass wir ein derart tolles Wetter haben würden, hätte ich auch die eine oder andere Strickjacke zu Hause gelassen - aber vermutlich ist es dann wie mit dem Regenschirm: Hat man keinen dabei, regnet es garantiert.
Für den nächsten Sommer nehme ich mir aber vor, noch eine kürzere Hose und eine ganz leichte lange Hose zu nähen, und vielleicht auch noch ein Kleid mit Taschen. Üblicherweise haben meine (Jersey-)Kleider keine, was sehr hinderlich ist, wenn man sein Handy als Kameraersatz überall hin mitschleppt und es nicht zwischendurch schnell mal wegstecken kann 😊

Nun bin ich gespannt, was ihr von Euren Ferien berichtet, und welche Kleidung ihr dabei hattet!




Dienstag, 5. September 2017

Out now: "MI-IRO" - dreifarbiger Schal - Anleitung

In den letzten Wochen war es auf meinem Blog ein bisschen ruhiger.

Dies lag zum einen an der Ferienzeit, Urlaub und dem damit verbundenen "mal ausrauchen" und Beine baumeln lassen. Zum anderen aber lag es daran , dass ich im Hintergrund ganz fleißig an der Anleitung für den Schal gearbeitet habe, der mich schon seit Mai begleitet hat.

Und nun ist die Anleitung fertig geschrieben, formatiert und getestet und über Ravelry erhältlich:

MI-IRO

ist das japanische Wort für "dreifarbig".



Mein japanischer Nachbar hat mir bei der Namensgebung kräftig geholfen.
Denn der Schal wird im Original gestrickt aus feinen japanischen Garnen der Marke Ito. Daher musste natürlich auch der Name des Modells ein japanischer sein!


Die Idee für den Schal kam mir beim Stricken meines diesjährigen Frühlingspullovers aus den gleichen Garnen. Über den Pullover und seine Entstehung habe ich z. B.  hier geschrieben. Die Farbenund auch die Haptik der Garne haben mich so eingenommen, dass ich unbedingt noch etwas daraus stricken wollte.


Um den Schal zu stricken, sollte man rechte, rechts verschränkte und linke Maschen sowie Zu- und Abnahmen stricken können und wissen, wie man Maschen aus dem Rand eines Strickstücks aufnimmt.
Abschließend wird der Schal mit einer I-Cord versehen für den letzten Schliff.


Jede der drei Farben wird zweifädig gestrickt:
-  aus Ito Washi, einem ganz tollen Garn aus Papier und Viskose, das nach dem Waschen weich und anschmiegsam wird
- und der hauchfeinen Ito Shio, einem sehr weichen, sehr dünnen Wollfaden.

Je nachdem, wie man die beiden Fäden farblich kombiniert, entstehen schöne Melange-Effekte, oder aber ein solider unifarbener Eindruck.
Die passenden Garne in allen verfügbaren Farben erhaltet ihr z. B. bei Maschenfein



Grundsätzlich aber kann jedes andere Lace- oder Sportgarn verwendet werden (dann müsst ihr die benötigten Mengen allerdings umrechnen), und die Länge und Breite des Schals lassen sich ebenfalls problemlos verändern. So sind euch keine gestalterischen Grenzen gesetzt!

Zur Anleitung geht es hier entlang (momentan gibt es sie nur auf deutsch) - ich freue mich auf zahlreiche Projekte von Euch! Auf meiner Facebook-Seite oder Instagram könnt ihr gerne Eure Versionen posten, gern unter dem Hashtag #mi-iro.

Viel Spaß beim Nachstricken!

Ich verilnke meinen Schal bei
Maschenfein - auf den Nadeln September
Creadienstag
Stricklust
Häkelline

Sonntag, 13. August 2017

Es wird... pink!

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt - dieses Jahr stricke ich sozusagen wie besessen.
Kaum ist der Hint of Summer in "gelbgelbgelb" von den Nadeln, folgt schon das nächste Teil aus einem feinen Garn von Itoyarns:
Es wird ein Besjes von Cello Knits, diesmal aus Ito Kinu, zweifädig gestrickt mit Ito Shio.

Beim Maschenfein-Treffen in Berlin Mitte Juni hatte ich mich in Kinu spontan verliebt.

Die Bourettseide strickt sich zwar etwas sperrig, da sie dazu neigt an den Nadeln zu kleben, aber sie hat so einen tollen Griff und eine sehr schöne Farbpalette! Die Farbe Hydrangea, ein dunkles Pink, war schnell gesetzt.
Zwar hatte ich Kinu in Berlin schon zur Probe gestrickt, allerdings war ich nach meiner "richtigen" Maschenprobe für den Besjes-Pullover doch etwas ernüchtert - gestrickt auf meinen üblichen Bambusnadeln in Stärke 2.5 erwies sich das Stricken als Quälerei (wegen der genannten "Klebeneigung"), und das Maschenbild war sehr sehr locker. Zu locker.
Also kramte ich in meinem Vorrat und fand einen Rest Shio, ein ganz dünner Merinofaden, den ich sehr gern als Beilauffaden verwende. Damit, und mit Holznadeln in Stärke 3, war das Strickerlebnis ein deutlich anderes, das Maschenbild gefiel und die Maschenprobe passte.


Eine liebe Berliner Strickfreundin gab mir dann noch den guten Rat, statt der Holznadeln einmal die HiyaHiya Sharp-Nadeln zu testen, und war noch dazu so lieb, bei einem Besuch im Showroom von Itoyarns nach dem passenden Farbton von Shio zu suchen. So ist es Plum geworden. Eine wirklich perfekte Kombination!

Damit sich das Garn gut abstricken lässt, habe ich die beiden Fäden wieder auf ein Knäuel gewickelt. Die HiyaHiya-Nadeln hatten sich beim Hint of Summer schon bestens bewährt. Sicherheitshalber habe ich noch einmal eine Maschenprobe mit diesen Nadeln gestrickt - passt!
Der Anfang von Besjes ist nun gemacht. Aber er war schon ganz schön hart! 270 Maschen werden provisorisch angeschlagen- und dann geht es viele viele Reihen glatt rechts stur geradeaus,  bis die erste "Herausforderung" der Anleitung gestrickt wird.

Gerade habe ich einmal 12 Reihen geschafft. Wenn es gut läuft, schaffe ich an einem Abend 10 Reihen. Dieses Projekt wird mich also eine lange Zeit begleiten 😊
Das Maschenbild finde ich jedoch schon mal vielversprechend:

Damit es mir nicht langweilig wird, habe ich schon die nächste Idee im Kopf. Darüber kann ich noch nicht zu viel verraten, denn es soll eine Überraschung werden. Das Garn zeige ich euch aber schon einmal:

Damit verlinke ich meine aktuellen Projekte zu
Creadienstag
Maschenfein - auf den Nadeln August