Mittwoch, 24. Mai 2017

So ein schöner Stoff! - Hochzeitsgastkleid

Vor zwei Wochen (ach, schon wieder so lange her....) war ich bei Sewing by the Sea, einem Nähwochenende in der Nähe von Eckernförde.
Eines der Projekte, das ich mir für das Wochenende vorgenommen hatte, war mein Hochzeitsgastkleid. Denn am folgenden Wochenende sollte meine Freundin heiraten, und der beste Ehemann von allen und ich wollten natürlich mitfeiern. Da man zum Feiern idealerweise angezogen ist, brauchte ich - ganz klar! - ein Hochzeitsgastkleid.

Schon im Februar hatte ich bei Myo-Stoffe.de diesen wunderbaren Baumwollsatin entdeckt und mich spontan verliebt: 
Ein Schnitt war auch schnell gefunden: "Fable Print" aus Ottobre 2/15. Wie gemacht für diesen Stoff!

Gut vorbereitet fuhr ich nach Eckernförde. Eigentlich erwartete ich keine großen Schwierigkeiten beim Nähen des Kleides. Prinzessnähte kenne ich seit dem Weihnachtskleid 2015, einen Reißverschluss habe ich auch schon öfter eingenäht, und falls es beim Füttern zu Problemen kommen sollte, hoffte ich auf kompetente Hilfe meiner Nähekolleginnen.

Allerdings hatte ich verdrängt, dass man ja nicht im stillen Kämmerlein vor sich hin näht, sondern munter miteinander plaudert. So hatte ich am Ende des ersten Abends schon diverse Teile falsch zusammengenäht und wieder getrennt. Oh oh oh...
Aber am zweiten Tag, dem Freitag, lief es besser. Ein erstes Highlight hatte ich beim Füttern des Oberteils. Die Futterteile sollten durch die Schultern durchgezogen und das Kleid so gewendet werden. Diese Technik hatte ich bereits zweimal erfolglos ausprobiert - und dieses Mal klappte es. Heureka!

Der Rest lief weitgehend problemlos. Einzig das Einnähen des Reißverschlusses war noch einmal kniffelig, bis beide Hälften gleichmäßig saßen. Nachdem der Reißer eingesetzt war, saß das Kleid allerdings sehr knapp um die Brust. Atmen ging nur mit Bedacht. So habe ich aus den Nahtzugaben noch einmal rausgelassen, was rauszulassen ging.
Auf Anraten einer lieben Nähkollegin, die mir in einer aufwändigen Aktion (der Rockpüster war noch nicht aufgefunden worden) mit der Hand die Rocklänge absteckte, habe ich den Saum dann mit der Hand erst gereiht, dann gebügelt und schließlich mit kleinen Vorstichen befestigt. So hat das Kleid auf der Außenseite keine sichtbaren Nähte - einfach perfekt!
Tatsächlich war es am Ende von Tag zwei des Nähtreffens fertig, und es ist einfach wunderbar geworden:
 Die Hochzeit fand in Nürnberg statt. Als ich meinen Nähplan fasste, ging ich davon aus, dass es Ende Mai in Franken doch sicher warm genug sein würde für ein ärmelloses Kleid. Beim Nähtreffen, als sich so viele Nähfreundinnen überschwänglich äußerten zu dem Kleid, kam daher immer wieder die Frage auf, was ich denn dazu tragen würde.
Gute Frage - ich habe ein schwarzes Bolerojäckchen aus Spitze, das sich allerdings zum Kleid als nicht passend weil zu dunkel erwies. Eine azaleefarbene Strickjacke in Blazerform war so mein Accessoire der Wahl, und zeigte sich bei der Anprobe zu Hause als gut zum Kleid kombinierbar.

Doch es kam alles anders: Auf dem Flug von Hamburg nach Nürnberg saß eine Dame mit am Gate, die einen pinkfarbenen Jerseyblazer trug. Ein Hammerteil. Am Liebsten hätte ich ihn ihr ausgezogen.
Beim Shoppen in Nürnberg am Tag vor der Hochzeitsfeier fiel mir dann genau DER Blazer in die Hände, der für mich und das Kleid gemacht war. Und so war dann mein Outfit für den Tag perfekt:

 Die kleine Seidentasche passt mit dem roten Emblem zwar nicht ganz genau zum Kleid, aber nimmt den asiatischen Stil der Kirschblüten auf. So gekleidet, habe ich mich auf der Feier sehr wohl gefühlt!


 Das Wetter hat auch mitgespielt, es war ein sonniger, warmer Tag. Wie schön für die beiden Hauptpersonen!

Die hatten sich für die Gäste eine Menge einfallen lassen. Es gab keine Langeweile: Es gab ein Gästebuch zu gestalten, für das Fotos gemacht und gleich ausgedruckt wurden, es gab steigende Luftballons, eine Wand für gute Wünsche - und als Highlight einen "Steinbrecher".
Dieser hatte körbeweise Geoden in verschiedenen Größen mitgebracht. Jeder Gast durfte sich eine Geode nach Wunsch aussuchen, und diese wurde dann zerbrochen.

War das spannend zu sehen, welche Halbedelsteine im Inneren dann zum Vorschein kamen! Einige enthielten sogar eingelagertes Wasser aus prähistorischer Zeit. In meinem Stein war Bergkristall eingeschlossen, wie toll!
In dem Zusammenhang erinnere ich mich, dass ich in der Grundschule einmal einen Schulausflug erlebt habe, bei dem wir einen Steinbruch nach diesen Geoden und nach Fossilien durchwühlt haben. Damals leider erfolglos - und jetzt habe ich doch so einen schönen Stein, ist das nicht klasse?

Meine Begeisterung über den Kristall und auch über mein wunderbares Kleid teile ich gerne mit euch und wandere nun hinüber zum Memademittwoch!
Die fesche Lola zeigt uns ein sehr schönes Sommerkleid, das mir durchaus auch gefallen könnte. 

Montag, 22. Mai 2017

Sewing by the Sea Vol.2


 Zum zweiten Mal habe ich dieses Jahr beim Nähtreffen Sewing by the Sea, organisiert von Alex - Handmade Glamour, teilgenommen, das wieder auf Schloss Noer bei Eckernförde stattfand.

Der Termin stand schon seit dem letzten Herbst, und in den letzten Wochen des Winters stieg die Spannung unter den Teilnehmerinnen, die sich größtenteils vom letzten Jahr schon kannten. Hinter den Kulissen wurde die Zimmerbelegung ausgehandelt, um die Vierbettzimmer möglichst angenehm zu gestalten. Es wurden Nähpläne diskutiert, verworfen und schließlich vorbereitet, und in den letzten Tagen vor dem Treffen wurden Häufchen geschichtet und Maschinen- und Werkzeugpark bereitgestellt.
Ein bisschen wie früher die Klassenfahrten - nur mit Nähen!
Etwa 30 Frauen kamen zusammen, um sich ein Wochenende lang nur mit ihrem Hobby zu beschäftigen. Ein Tauschtisch wurde bestückt, und für viele der Stoffe fanden sich dankbare Abnehmerinnen. Das eine oder andere Stöffchen wurde sogar gleich vernäht.
Ein beeindruckender Maschinenpark wurde aufgebaut und in Betrieb genommen - vom frühen Morgen bis spät in die Nacht!




Wir Näherinnen waren wie beim letzten Mal im ehemaligen Pferdestall untergebracht, immer noch zu erkennen an den Einteilungen für die Boxen und einschlägiger Deko. Sehr gemütlich und praktisch dazu, da sich die Zimmer der meisten von uns ein Stockwerk höher befanden. So konnten auf dem Weg zum Frühstück schon die ersten Nähte genäht werden.
Und was für tolle Stücke sind wieder entstanden! Sogar ein ganz wunderschönes Hochzeitskleid war dabei, die Wucht in Tüten! Und der ganze Stolz von Tanja, die es mit viel Fleiß und Konzentration genäht hat.
Einige Oltimer waren im Einsatz, wie die alte Bernina oben im Bild, oder die wunderbare türkisfarbene Singer unten links im Bild, auf der Lore ihre Vintage-Kleidung stilgerecht näht. Der Mangel im Bild ist mein heimlicher Favorit aller Kleidungsstücke, die am Wochenende entstanden sind. Was für eine Augenweide mit all seinen Details!

Schöne Details gibt es auch im Schlossgebäude zu finden:
Wir Nähnerds  waren es aber zufrieden in unserem Pferdestall. Hin und wieder gelang es sogar der Sonne, uns vor die Tür zu locken auf einen Kaffee und Klönschnack. Lauschige Plätze dazu gibt es im weitläufigen Schlossgelände reichlich, und auch der Strand ist nah.
Tatsächlich wurde trotz des schönen Wetters hauptsächlich genäht. Ich hatte mir ein Muß-Projekt eingepackt: Mein Hochzeitsgastkleid aus Kirschblütenstoff, das tatsächlich ganz nach Plan am Freitagabend schon fertig wurde und ganz viel Lob eingefahren hat, da der Stoff wirklich ein ganz wunderbarer ist:
Der Stoff ist von Myo-Stoffe, ein Baumwollsatin. Näheres zu diesem Projekt gibt es am kommenden MeMadeMittwoch, versprochen!

Eine kleine Abordnung von vier Damen hat sich am Samstag abgesetzt, Eckernförde zu erkunden. Eckernförde lohnt durchaus einen Besuch, wie ich in verschiedenen früheren Posts schon beschrieben habe.
Wenn man dem "Weg der Sprotte" folgt, gelangt man zum Beispiel zur Schokoladen- und Bonbonfabrik von Hermann Hinrichs. Hier sollte man unbedingt hineinschauen. Das Angebot an Schokoladen, Pralinen und auch Bonbons ist einfach umwerfend!

Unsere eigentliche Misson (neben der, das Herbergsfrühstück zu umgehen und etwas länger zu schlafen) war ein Besuch im Stoffladen, um Vergessenes zu besorgen. Weder Frau Kape Anlumi noch ich sind schwach geworden und haben nichts gekauft beim Tapferen Schneiderlein, denn wir beide machen ja Stoffdiät!
Ein Besuch im Buchladen zeigte, dass es eine ganze Ecke Nähbücher zur Auswahl gibt, und noch dazu ist die Stadt an einigen Ecken sehr hübsch textil dekoriert.

 Bei der dänischen Softeisbude allerdings gab es keine Zurückhaltung, und das erste Eis der Saison wurde genüsslich verspeist. Lecker, wo die Sonne so herrlich vom Himmel brannte!
Und wie ihr seht, gab es trotz Enthaltsamkeit im Stoffladen reiche Beute.
Doch die Nähmaschinen riefen! Mehr als einen halben Tag "frei" wollten wir uns nicht gönnen, sondern an unseren Projekten weiter arbeiten.

Mein zweites Projekt sollte ein ganz einfaches, Schnelles, werden, nachdem das Kleid doch mehr Zeit und Mühe gekostet hatte als zuerst gedacht.
Leider gab es einige Tücken an dem T-Shirt, die ich ebenfalls separat posten werde. Nach viel Kampf war es am Samstagabend kurz vor Schlafenszeit dann doch fertig:

Das dritte von vier mitgebrachten Projekten habe ich noch angefangen. Es wird eine Tunikabluse, und die schwierigsten Stellen (Knopfleiste, Vordertaschen) habe ich am Sonntagmorgen noch gemeistert. Seither schlummert das Projekt allerdings, denn ich war die ganze letzte Woche auf Reisen:
Insgesamt war es wieder ein ganz super gelungenes Wochenende. Schön war, dass die Gruppe im Vergleich zum letzten Jahr kleiner war. Das führte zum einen zu brauchbaren Platzverhältnissen (man saß nicht Backe an Backe und hatte ausreichend Platz am Nähtisch, es gab sogar noch einen gesonderten Zuschneidetisch in der Mitte des Raums, der auch sehr häufig genutzt wurde). Zum anderen aber ermöglichte die kleinere Gruppe es, mit den Mitstreiterinnen öfter ins Gespräch zu kommen, und es ergaben sich viele nette Kontakte am Bügeltisch, bei der Kaffeetasse oder beim Ausleihen von Werkzeug.
Mich persönlich hat außerdem sehr stolz gemacht, das ich, die ich letztes Jahr überhaupt erst mal erschnuppert habe, was an nützlichen Helferlein es überhaupt so gibt, in diesem Jahr sehr häufig weiterhelfen konnte mit Wendehaken, Saummesser und Fingerhut!
Aber auch ich habe wieder vieles lernen dürfen: wie man einen Rocksaum "püstert", wie man feine Kleider mit einem Handsaum versieht, und wie man ein T-Shirt mit Loch rettet. Danke an alle lieben Tippgeberinnen!

Und danke an Petra, Sabine und Anna - mit euch auf der Bude war es einfach großartig!

Und natürlich ein dickes Danke an Alex, die das Event organisiert hat. Gerne bin ich wieder mit dabei!

Hier entlang geht es zu den Berichten der anderen - viel Spaß beim Lesen!










Donnerstag, 18. Mai 2017

Stoffdiät im Mai - gar nicht so schlecht!


Es ist wieder so weit für eine weitere Bestandsaufnahme bei der Stoffdiät von Frau Küstensocke.

Neben unseren Erfolgen oder Misserfolgen geht es um Modelle, die viel Stoff verbrauchen. Meine Vorräte pro Stoff sind mit max. 2 m eher klein, das reicht für Kleid oder Hose. Daran sitze ich dann aber wiederum einige Zeit, und bin dann wieder angestresst, weil der Berg nicht kleiner werden will. Meine Devise: mehr nähen, und Dinge, die schnell gehen.
Die Kehrseite dieser Strategie ist, dass sich der Kleiderschrank schnell mit Stücken füllt, die vielleicht nicht gut miteinander kombinierbar sind. Und man näht, um Stoff abzubauen, und nicht, um ein schönes und einzigartiges Kleidungsstück zu erhalten. 

Am vergangenen Wochenende hatte ich beim Nähtreffen auf Noer eine längere Unterhaltung mit Kape Anlumi zum Thema Stoffdiät. Sie foppte ich ein bisschen, da ich doch mehrere Stoffe neu gekauft habe (Näheres dazu weiter unten).  Allerdings habe ich diese fast alle gleich zügig vernäht, da die Stoffe haargenau zu Projekten passen, die auf meiner Nähliste standen. Somit fristen sie kein trauriges Dasein im Stoffschrank, sondern werden inzwischen sogar zum Großteil schon fleißig getragen. Wir sind übereingekommen, dass mein neues Ziel der Stoffdiät ist, keine Stoffe zu horten, sondern projektbezogen zu kaufen und die Projekte zeitnah umzusetzen. Im Endeffekt heißt das, dass ich ein Gefühl dafür entwickeln muss, wie viel ich überhaupt in welcher Zeit vernähen kann und meine Vorräte entsprechend realistisch zu halten (nicht so wie Oma, bei der im Keller sich noch Eingemachtes aus dem 20. Jahrhundert findet). Gleichzeitig helfen mir Aktionen wie der Spring Style Along dabei, meinen Masterplan für die Garderobe nicht aus dem Auge zu verlieren, und zu nähen, was gebraucht wird.

Hier kommt nun meine Bilaz seit dem letzten Treffen im März:

Abgänge:
- 2 m Kirschblüten auf grau: dieser Stoff hat bei Frau Dennmanto ein neues Zuhause gefunden. Und wird bestimmt zu etwas Traumhaften verarbeitet werden. Eine passende Strickjacke dazu gibt es auch schon in ihrer Garderobe.
- weitere 2 m Jersey von Swafing fanden ein neues Heim bei der lieben KaPeAnlumi, denn die Farben entsprechen genau ihrem Beuteschema.

Seit dem letzten Treffen war ich fleißig und habe folgende Projekte umgesetzt:

Im März insgesamt 6.5. m, was für meine Verhältnisse schon eine Mege ist:
- 1 m Ringeljersey: transformiert in ein lustiges Ringelshirt
- 2 m Nadelstreifen: Sind zu einer Frühlingshose, der "Premierenhose",  geworden.

- 1 m Baumwollbatist mit bunten Punkten hat sich nach einigem Kampf in ein Frühlingsblüschen verwandelt.
- 1,5 m Möbelstoff wurden vernäht zu einem Bezug des Sofaschemels für den besten Ehemann von allen. Der kann jetzt ganz stilvoll die Füße hochlegen.

Im April hatte ich eine Näh-Zwangspause von zwei Wochen, in denen ich mein Nähzimmer renoviert habe. Daher ist die Bilanz für April mit 2.3 m eher mager:
- 1.3 m in ein Frau Liese-Kleid aus dem pinkfarbenen Punktejersey, der im Februar noch auf der Wackelkandidatenliste stand
- 1 m zu einem Shirt "Solid & Striped" (Ottobre 2/16) aus einem Neuzugang, der gleich verarbeitet wurde.
Diese beiden Projekte werde ich in der nächsten Zeit genauer vorstellen. 

Nun ist Mitte Mai, und dank des Nähwochenendes auf Schloss Noer und generell mehr Nähzeit habe ich bis heute 6.4 m vernäht
- 2.30 m Baumwollsatin und 1.3 m Voile zu einem Hochzeitsgastkleid aus diesem traumhaften Kirschblütenstoff (der völlig anders an mir aussieht als der an Frau Dennmanto abgegebene):

Er ist silbergrau, die Kirschblüten sind rosa und pink. Ein echter Traum, und ein projektbezogener Lustkauf.  
- 1.80 m Wollstrick (noch ein Neuzugang, der gleich verarbeitet wurde) zu einer Zipfeljacke
- 1 m Courtelle-Jersey zu einem Shirt "Poetic Lace" aus Ottobre 5/16, ebenfalls ein Neuzugang.

Zusammen mit den beiden verkauften Stoffen habe ich seit dem letzten Treffen 18.4 m Stoff verbraucht.
Donnerwetter!

Zugeschnitten bzw WIPs sind
- die Schluppenbluse in schwarzweiß (minus 1.3 m)
- das Tunikakleid aus leichter Baumwolle ( minus 1.5)

Einmal bin ich noch schwach geworden und habe 2m weißes Stretchleinen gekauft, das ich hoffentlich demnächst zu einer Hose vernähe. Dieser Stoff ist also tatsächlich noch in meiner Kiste:

Deren Deckel geht inzwischen wieder bequem zu (den dicken Walk für den Stadtmantel lagere ich allerdings anderweitig), und es ist sogar wieder etwas Platz darin.

Per heute beträgt mein Bestand somit 27.8 m. Und ich muss sagen - ich bin damit echt stolz!


Nun will ich aber auch mal sehen, wie die anderen Teilnehmerinnen so zurechtkommen. Die astronomischen Mengen von unserer Gastgeberin werde ich auf jeden Fall niemals erreichen. Aber wenn dem so wäre, wäre ich ja innerhalb eines Monats ausgeplündert :)

Montag, 15. Mai 2017

Ein Vorgeschmack auf Sommer - Hint Of Summer

Heute ist Finale der Herzen beim FJKA, den Sylvia und Luise so nett organisiert haben.
Mein zweites Projekt, der Hint of Summer von Isabelle Kraemer, wurde nicht rechtzeitig zum Finae fertig, da das feine Garn, das ich verwendet habe, doch ziemlich fummelig zu verstricken war. Die langen Runden zogen sich ziemlich, und besonders die Ärmel haben mich auf der Zielgeraden ziemlich gequält (hier zu lesen).

Aber es muss ja noch Kandidaten im Finale der Herzen geben, welches wir Nachzügler heute begehen 😊
Und ja, er ist fertig. Und ich mag ihn richtig gerne!
Tragebilder hat der beste Ehemann von allen am vergangenen Wochenende, als die Temperaturen unverhofft in den deutlich zweistelligen Bereich schnellten, anfertigen.
Bei dem Namen Hint of Summer, Anklang von Sommer, lag es nahe, den Pullover im nächstgelegenen Rapsfeld in Szene zu setzen:
Zum Glück bin ich kein Allergiker, und kann mich ausgiebig freuen am Duft der Rapsblüten:
Hier kann man gut die Vokuhila-Form erkennen, die Anleitung habe ich abgewandelt und die verkürzten Reihen selber ausgetüftelt:

Der Pullover macht einfach gute Laune!


Insgesamt war er nicht schwierig zu stricken. Die Konstruktion ist raffiniert, aber schlüssig (und wie immer gilt das erste Gebot der Strickerin: Du sollst es nicht besser wissen als die Anleitung!)
Durch die Streifenfolge strickt es sich auch recht abwechslungsreich in den langen Runden am Rumpf. Im Original sieht die Anleitung nur zwei Farben vor, allerdings bin ich mit meiner dritten Kontrastfarbe sehr zufrieden, sie gibt meinem Pullover den rechten Kick Frische.

Verstrickt habe ich Washi (Viskose/Papier) und Shio (Merino) von Itoyarns, das ergibt zusammen ein etwas rauhes Gestrick, das sich im Sommer aber sehr sehr angenehm trägt und außerdem superschnell trocknet. Die Maschinenwäsche (Wollwaschgang im Wäschenetz) war kein Problem. 

Verbraucht habe ich für Größe M1 mit NS3:
- ca 80 g Washi weiß, ca 60 g Shio weiß
- ca 70 g Washi aqua, ca 50 g Shio navy
- ca 15 g Washi chili, ca 10 g Shio red. 

Hier geht es zur Kaufanleitung bei Ravelry, und hier zu meinem Projekt bei Ravelry.
Aus den Resten stricke ich noch einen Sommerschal, die Anfänge dazu könnt ihr in diesem Beitrag sehen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Spring Style Along 2017: das Drumherum

Beim vorletzten Termin unseres Spring Style Alongs geht es heute um Accessoires.

Schuhe, Taschen, Tücher, Schmuck, Schminke – alles, was eine Kombination von Kleidungsstücken zu einem Outfit macht.

Eigentlich wollte ich diesen Termin schwänzen. Das Thema Accessoires ist nicht so meines.

Aber kürzlich gab es von Elle Puls einen Blogpost zum Thema stilsicher nähen, und in der zugehörigen Facebook-Gruppe entstand ein spannender Austausch zum Thema Schuhe, Stil und Accessoires. Daher will ich gern ein bisschen in mich gehen und meine Gedanken mit euch teilen.

Welcher Feenglitter fehlt Euch noch? Beziehungsweise was ist Eure secret sauce, um einer schnöden Kombination den Wow-Effekt zu geben?

Less is more. Mit Glitzer und BlingBling kann ich nicht so viel anfangen. Ich bin schon mutig, wenn ich mich aus meinem blau-rot-weiß-schwarz-grauen Farbschema herauswage. Also zeige ich euch, was ich an „erprobten“, gern getragenen Accessoires so angehäuft habe:
 
Gürtel:
Gürtel mag ich, und brauche sie in der Regel auch, weil Hosen bei mir im Rücken gern mal abstehen. Seit dem letzten Spring Style along habe ich mir beim Gürtelmacher meines Vertrauens einige Gürtel machen lassen:
Er hat jede Woche einen Stand auf dem Lübecker Wochenmarkt, man sucht sich Farbe und Material des Gürtels und die gewünschte Schnalle aus, die Länge wird passend ausgemessen und man hat ratzfatz einen maßgeschneiderten, individuellen und SEHR haltbaren Gürtel.Inzwischen baut er auf Wunsch Druckknöpfe ein, so dass man die Schnallen untereinander austauschen kann. Tolle Sache!


Je nach Kleidungsstück brauche ich aber auch schmale Gürtel, da habe ich diese hier: 
Taschen:
Ich habe zwar mehrere Taschen, aber ich habe keine Lust ständig umzuräumen. Also trage ich meine bewährte GG&L Tasche in Allzweckgrau im Alltag mit mir rum. Zum Ausgehen habe ich eine kleinere Version in dunkelblau, und für die Freizeit meine geliebte Piratentasche, die leider fast schon auseinanderfällt.
Schon lange wollte ich so ein echtes „Tussi-Portemonnaie“ – und kürzlich hab ich eins mit niedlichen Miezen drauf gekauft, das mir in den Tiefen meiner Handtaschen nicht mehr verloren geht. Ich liebe es! Ich habe mir übrigens gerade auch eine Handtasche mit Katzenmotiv bestellt...

Tücher:
Gehen immer. Ich neige ein bisschen zum Frösteln, wenn es mir kalt wird im Nacken, und so habe ich ganz häufig ein Tuch dabei. Da ich Schmuck nicht so viel trage (und wenn man im Nacken friert und deshalb ein Tuch trägt, man schöne Halsketten ohnehin nicht sieht), sind Tücher mein Stilmittel der Wahl. Dies hier sind meine liebsten:
Wie aber Alex schon bemerkt: There must be 50 ways to knot your scarf. Ich kenne genau zwei und wäre durchaus an einem Workshop interessiert, um weitere Möglichkeiten zum Binden kennen zu lernen.

Schmuck:
Ich trage wenig Schmuck. Meinen Ehering und zwei andere, die mir eine Goldschmiedin mal gemacht hat, nehme ich so gut wie nie ab. Ich trage fast immer die gleichen Ohrringe im Wechsel. 

Einige wenige Ketten trage ich regelmäßig, und die vorwiegend im Winter (wenn ich nicht gerade ein Tuch trage). Dabei mag ich es gern schlicht, aber doch ein bisschen ausgefallen. Sozusagen raffiniert auf den zweiten Blick. 

Ihr merkt, meine Liebe zu Lübeck spiegelt sich auch bei meinen Accesoires wieder...😊
Der braune Achat unten rechts ist ein Erbstück von meiner Oma. Sie hat es von meinem Opa bei einem Ausflug nach Idar-Oberstein bekommen, wo immer noch die Edelsteinschleifer ausgebildet werden. Nur die Originalkette ist verloren gegangen, so trage ich den Stein am Lederband. 

Im Sommer, wenn es richtig warm ist, mag ich nichts Zusätzliches um den Hals haben. Armbänder scheiden ebenfalls aus, die stören mich bei der Arbeit mit der Tastatur. 
Hierbei finde ich es lustig, wie frau sich über die Zeit verändert. Mit 12,13 konnten mir Ohrringe nicht groß und bunt genug sein, ich hatte zig Ketten um den Hals, jede Menge Plastikarmreifen und Lederbänder an den Handgelenken. Und die obligatorischen neonfarbenen Schnürsenkel in den Turnschuhen. Ein Graus, so rückblickend betrachtet!

Was  ich euch noch zeigen will, sind meine Armbanduhren: 
Die schwarze ist von Ralf Cremer, aber viel interessanter sind die anderen drei von Stamps: Hier kann man die Zifferblätter untereinander austauschen und hat so eine Menge an Kombinationsmöglichkeiten, je nach Kleidung. Wie ihr seht, sind auch Katzen ein gern gesehenes Motiv bei meinen Accessoires 😸

Schminke:
Benutze ich eher zurückhaltend. Ich muss zwar erst um 8.30 morgens im Büro sein und habe eine sehr kurze Anfahrt, dennoch bin ich morgens einfach ein Grobmotoriker und froh, wenn ich meine Haare vernünftig hinbekomme. Feine Pinselei übersteigt meine motorischen Fähigkeiten am Morgen und klaut mir Zeit, die ich lieber mit Kaffeetasse und Buch auf dem Sofa verbringe. Dennoch achte ich darauf, präsentabel auszusehen. Seit Anfang des Jahres bin ich Teamleiterin eines Miniteams und habe daher häufiger offiziellereTermine. Für diese will ich „gerüstet“ erscheinen, sprich, ich trage dann offiziellere Kleidung und mehr Schminke als an normalen Tagen ohne Termine. Dabei ist mein Fundus an Produkten, die ich wirklich regelmäßig benutze, eher übersichtlich:Mascara (je nach Kleidung farbig oder schwarz) und Lippenstift müssen – Lidschatten und Kajal können. Ein bisschen Puder drüber: Das wars auch schon. Ein Spritzer Parfüm, und los geht’s.

Schuhe:
Schwieriges Thema. Ich kann einfach nicht auf hohen Absätzen laufen. Bei max. 5cm ist bei mir Schluss. In der Regel bin ich mit flachen Schuhen unterwegs. Das schränkt mich aber nicht bei der Wahl meiner Kleidung ein, nach dem Motto: ein Kleid geht nur mit Absätzen. Kleid geht durchaus mit flachen Schuhen. Auch mit Chucks. Auch ein Anzug geht mit Chucks oder eleganteren Turnschuhen.
Interessant in der oben erwähnten Diskussion bei Elle Puls zum Thema Schuhe fand ich, dass sehr viele Frauen ähnlich ticken wie ich. Die Mehrheit ist flach und eher sportlich unterwegs, auch im Job. Das hat mich sehr gefreut (und deckt sich auch mit den Beobachtungen aus meinem Alltag). 
Meine neuen Gummistiefel (von hier) muss ich euch unbedingt noch zeigen:

Sind die nicht klasse? Und erstaunlich bequem, weil aus ganz weichem Gummi. Wegen des usseligen Wetters in diesem Frühling hatte ich sie schon häufig nicht nur im Garten, sondern auch bei Spazierengehen an, und sie haben sich bestens bewährt.

Welches sind Eure Strategien, Kleidung und schmückendes Beiwerk zusammen zu kriegen?
Hier zählt für mich erst einmal: Ich muss mich wohlfühlen. Und es muss, das haben Alex und einige andere auch schon festgestellt, zum Tagesgefühl und dem Terminkalender passen. Ich überlege mir abends oft, was ich am nächsten Tag tragen könnte. Es kommt aber durchaus vor, dass ich mich am Morgen umentscheide. Das Drumrum - Gürtel, ggf. Schmuck, Tuch, Schuhe - stimme ich farblich passend ab oder lasse weg. Üblicherweise setze ich auf bewährte Kombinationen und trage das gleiche Shirt mit dem gleichen Tuch oder der gleichen Kette. Hier könnte ich sicher mehr experimentieren und die einzelnen Teile (auch Kleidungsstücke, nicht nur Accessoires) vielfältiger untereinander kombinieren. 

Wie macht ihr das? 

Kann ich damit punkten?

Ich liebe Punkte. Ich finde, sie machen einfach gute Laune!
Seitdem ich selber nähe, haben sich in meinen Kleiderschrank schon viele Kleidungsstücke mit Punkten angesammelt, die ich allesamt sehr gerne trage.
Als ich bei Stoff & Stil auf diesen wunderbar bunten Baumwollstoff stieß, war es sofort um mich geschehen: so schön bunt - ganz klar, ein Meter musste mit.
In der aktuellen Handmade Kultur ist ein wunderbarer Blusenschnitt, den ich hier ganz wunderbar vernäht gesehen habe. Die ursprünglichen Pläne für diesen Stoff (eine Schluppenbluse) wurden sofort über den Haufen geworfen, und super motiviert ging ich ans Nähen.
Ganz akkurat habe ich die Kellerfalten im Vorder- und Rückenteil genäht und war vom Ergebnis sehr angetan. Macht sich super, der Punktestoff!
Mit ein bisschen Näherfahrung näht sich das Blüschen eigentlich supereinfach. Für Unerfahrenere, oder für die kniffligen Stellen wie die Knopflochschlaufe, gibt es aber auch ein sehr gut gemachtes Anleitungsvideo.
Den Stütznaht für den Beleg und auch die anschließende äußere Steppnaht habe ich wieder mit meinem neuen Freund, dem Kantensteppfuß, genäht. Dieses kleine Füßchen gebe ich nicht mehr her, es hat mir bei fast allen meinen letzten Projekten wirklich wertvolle Dienste geleistet!
Die Ärmel werden wieder gekräuselt. Mit zwei Kräuselnähten klappt es besser mit dem Einhalten - da habe ich mal wieder was gelernt!
Da ich ja nur einen Meter Stoff gekauft hatte, reichte es nur für die Kurzarmvariante. Die Ärmellänge des Schnitts habe ich etwas verlängert, ganz so kurze Ärmelchen mag ich an mir nicht leiden.

Soweit, so gut. Die Bluse war fast fertig, es fehlte noch der Saum. Hier passierte die Katastrophe. Ganz ordentlich habe ich den Saum mit dem Saumlineal markiert und umgebügelt - und dann fein nicht im Bügelfalz geschnitten, wie geplant, sondern entlang der umgebügelten Stoffkante. Prompt war die Bluse 4 cm kürzer als vorgesehen. (Anmerkung - die Länge des Schnitts ist sehr lang. Eigentlich wird am Saum ein Gummizug eingezogen für einen Balloneffekt, der sicher einiges an Länge fristt - ich finde die vorgesehene Länge für normal Große jedoch immer noch großzügig.) Ich hatte für mich allerdings von vornherein einen normal gesteppten Saum vorgesehen und daher die Mehrlänge beim Anpassen der Saumlänge schon mit berücksichtigt - sprich: abgeschnitten.

Darüber hinaus ergab sich bei der Anprobe leider das, was ich vorher insgeheim schon befürchtet hatte: Die Kellerfalten im Rücken führten in Verbindung mit dem recht steifen Stoff dazu, dass die Bluse im Rücken derbe abstand. Untragbar! Leider habe ich davon kein vernünftiges Foto hinbekommen; an Püppi sieht die Passform ohnehin noch mal anders aus als an mir.

Es folgten Stunden der Anpassung à la Sonnenburg: Stecken, anprobieren, stecken, anprobieren und passend machen, was nicht passen will. Im Endeffekt habe ich die äußeren beiden hinteren Kellerfalten in laaaange Abnäher umgewandelt und noch Weite vom Rückenteil an der Seite abgenommen. Nicht so ganz schön, und eigentlich auch anders gedacht, aber im Endeffekt immerhin tragbar.

Die Fehlende Länge habe ich ein bisschen kaschiert und statt eines umgebügelten Saums die neu festgelegte Saumkante (im von mir momentan so geliebten VoKuHiLa-Stil) mit blauem Satinband eingefasst. So konnte ich immerhin noch knapp 2cm rausholen.

 Mit dem Schrägbandeinfasser, ein weiterer inzwischen unverzichtbarer Helfer, ging das Ratzfatz, und damit das Ganze etwas mehr "gewollt" aussieht, wurden auch die Ärmelsäume entsprechend eingefasst.

So ist Madame Bluse doch noch tragbar geworden - et voilá:

Tragefotos gibt es natürlich auch. Aus meinem schönen Garten, der gerade noch so herrlich blüht:
Für kühlere Tage, wie sie momentan ja noch an der Tagesordnung sind, habe ich eine hübsche Jacke in dem gleichen Türkiston, der auch im Stoff vorhanden ist.

 Aber natürlich soll das Blüschen auch ohne Jäckchen getragen werden:
Ich finde, das Blüschen ist ganz knapp nicht zu kurz, sofern es mit Hosen getragen wird, die nicht hüftig sitzen (solche habe ich zum Glück nicht). Die Zentimeter, die ich zu viel abgeschnitten habe, hätten aber doch in der Länge gutgetan.
Von hinten gefällt mir das Blusenshirt ganz gut. Merke: solange es noch zu kühl ist, ohne Hemdchen zu gehen, muss eines drunter, das hinten etwas weiter ausgeschnitten ist! Sonst blitzt es aus dem Rückenausschnit hervor.

Den Schnitt würde ich gern noch einmal nähen. In meinem Fundus ist noch ein ganz leichter Baumwollchambray in blau mit feinem Muster.Eigentlich habe ich ihn für eine Hose vorgesehen, dafür ist der Stoff aber vielleicht zu dünn?
Zum Blusenschnitt könnte er gut passen. Und ich hätte genug für die Variante mit den langen Bischofsärmeln - die finde ich einfach klasse.
Also mein Fazit:
Der Schnitt ist schön, und mit der richtigen Stoffwahl kann man damit eine wunderbare Bluse nähen. Die Anleitung im Heft ist kurz und knapp, aber bei Schwierigkeiten hilft das Anleitungsvideo sehr gut weiter.
Was ich mir allerding wünschen würde, wäre eine konkretere Bezeichnung bei der Wahl des Stoffs, gerade unerfahrenere Näherinnen könnten hier einen Fehlgriff landen.

Mein Blüschen wandert zum MeMadeMittwoch - ob es schon weitere sommerliche Kleidung zu sehen gibt? Frau Kleidermanie hat mich jedenfalls gerade angefixt mit ihrer wunderschönen Robe Vogue von Louis Antoinette. Diesen Schnitt muss ich mir unbedint mal genauer ansehen!