Dienstag, 23. August 2016

Whippet - fast auf der Zielgeraden

Seit ein paar Wochen habe ich mein neues Jäckchen auf der Nadel - "Whippet".
Zwei Wochen nach meinem letzten Post ist das gute Stück schon deutlich gewachsen:

 Die Ärmelmaschen sind stillgelegt, und das Lace-Muster am Rumpf ist fast fertiggestrickt. Bzw habe ich alle Rapporte laut Anleitung gestrickt, finde es aber noch ein bisschen kurz und werde noch einen weiteren Rapport hinzufügen, bevor ich das Saumbündchen angehe.
 Nach wie vor fasziniert mich die Konstruktion. Obwohl ich am Anfang so meine Probleme mit der sehr getailliert ausformulierten Anleitung hatte, fügte sich alles genau so, wie es gedacht ist. Das Kaffeebohnenmuster zieht sich an der rechten Vorderseite entlang, und läuft auch über die Schulter über die Ärmelmitte - alles passt. Das hätte ich nie geglaubt! Allerdings habe ich es mir hier auch verkniffen, etwas besser zu wissen als die Designerin, und habe alles brav nach Anleitung gestrickt. Der Gehorsam hat sich gelohnt - hoffentlich erinnere ich mich beim nächsten Mal noch daran :)

Was mich allerdings echt Nerven gekostet hat, war die Einteilung der Rumpfmaschen für das Lacemuster. Ich kann nicht sagen, wie oft ich mich da verzählt habe. Als es zähltechnisch scheinbar passte, habe ich beim Stricken der ersten Reihe gemerkt, dass irgendwo doch Maschen fehlten. Was solls, die habe ich dazwischengemogelt, und dann konnte es losgehn. 


Obwohl das Lace-Muster sehr einfach ist, muss man doch aufpassen. Mehrfach habe ich mich verstrickt (Olympia-Berichterstattung und Whippet sind nicht kompatibel). Allerdings ist das Muster so gebaut, dass man den Fehler spätestens in der Folgereihe aufspürt und dann leicht beheben kann. Wer aber genau hinsieht, findet doch einen Fehler im Foto oben.

Nach Abschluss des Laceteils habe ich nun Knäuel 5 von 6 angefangen. Jetzt wird es noch mal spannend - werden diese beiden Knäuel mit insgesamt 360 m reichen, um das untere Bündchen und zwei Ärmel zu stricken? - Ich nehme noch Wetten an :)

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Dienstag, 16. August 2016

Tante Katharinas Handtuchkatze

Ein lieber Freund hat diese Woche Geburtstag und wünscht sich Geld für eine größere Anschaffung.
Da er Katzen sehr liebt, aber keine halten möchte, bekommt er eine Handtuchkatze geschenkt als Überbringer der Geldspende.

Dazu gibt es eine Geschichte:
In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, gab es eine alte Dame, die alle Tante Katharina nannten. Sie war früher die Haushälterin des Dorf-Pfarrers, wohnte immer noch im Pfarrhaus und betreute dort die Bücherei (die sonntags nach der Kirche für eine halbe Stunde geöffnet war). So war sie im ganzen Dorf bekannt. Immer, wenn sie zu einer Feierlichkeit eingeladen war, brachte sie eine Handtuchkatze mit: ein Gästehandtuch, gefaltet zur Katze,  mit einem Stück fein duftender Lux-Seife im Bauch. Für Leute ihrer Generation der Inbegriff von Luxus. Und in den 1970ern wahrlich DIY-Avangarde!

Dieser Handtuchkatze habe ich nun ein Revival beschert.
Die Materialien hat man oft zu Hause oder kann sie einfach und günstig besorgen. Und heute beim Creadienstag zeige ich euch, wie man sie bastelt:

Man nehme
2 Gästehandtücher (oder 1 Handtuch und 1 Stück Lux-Seife...)
1 Pfeifenputzer (Biegeplüsch, Chenilledraht)
Stecknadeln
2 Wackelaugen (alternativ Augen aus Filzresten anfertigen oder Knöpfe verwenden)
Ringelband oder Wolle für die Schnurrhaare
Satinband o.ä. 

Eines der Handtücher glatt ausbreiten, bei gemusterten Tüchern liegt die schönere Seite unten.
Die Längsseiten zur Mitte hin aufrollen. Dies wird der Katzenkörper.

Wer auf die Seife verzichtet: Für die Bauchfüllung wird das zweite Handtuch von der kurzen Seite her (schöne Seite wieder unten) zusammengefaltet. Es darf dabei nicht breiter sein als das erste Handtuch, sonst steht die Bauchfūllung nachher über. Anschließend wird das gefaltete Handtuch aufgerollt und die Rolle mit Stecknadeln fixiert.


Nun wird ein bisschen probiert. Das lange schmale Handtuch um die Bauchfūllung so drapieren, dass ein Rumpf, Kopf und Pfoten entstehen.  Die Pfoten entstehen durch die aufgerollten Kanten des ersten Handtuchs.

Aus dem Biegeplüsch werden nun die Katzenohren und der Schwanz geformt und an den entsprechenden Stellen am Handtuchkörper angebracht.

Der Kopf wird mit dem Satinband stramm abgebunden. Wer mag, kann auch die Pfötchen noch mit Band abbinden. Ich habe sie hier mit Stecknadeln fixiert.
Sieht doch schon nach Katze aus!

Dann werden die Augen befestigt (Die Wackelaugen waren selbstklebend,  Filzaugen würde ich mit farbigen Stecknadeln aufstecken, Knöpfe mit wenigen Stichen befestigen). 
Aus zwei kurzen Stücken Ringelband habe ich Schnurrhaare gebastelt und mit einer Stecknadel im Katzengesicht befestigt.

Fertig ist die Handtuchkatze! 


Für das Geldgeschenk bekommt sie noch ein Scheinchen ans Halsband. 

Als Bauchfūllung eignet sich sicher auch eine kleine Dose oder Schachtel mit Pralinen oder Keksen.

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Dienstag, 9. August 2016

Auf den Nadeln im August

Ich durfte kürzlich Teststricken für Daniela Johannsenova von Maschenkunst Köln. Juhuu!
Es ging um eine neue Anleitung für zauberhafte Baby- oder Puppenschühchen - die Anleitung gibt es hier auf Ravelry. 


 Ich habe meine Testversion gestrickt aus streichelweicher Merino-Wolle, ein Rest von diesem Jäckchen. Die Anleitung war einfach nachzustricken, gut verständlich und vor allem sehr übersichtlich gestaltet. Alles in allem eine Freude, die Anleitung nachzuarbeiten, auch wenn ich mit meinem Ergebnis nicht 100% zufrieden bin. Durch die weiche Wolle haben die Schühchen kaum Stand, sondern sind von der Haptik her eher Söckchen. Ich werde vielleicht noch ein Bindebändchen am Ansatz des Schaftes einziehen, denn die Schühchen werden verschenkt, und die Empfängerin soll sich freuen und die Schühchen auch benutzen.

Nach dem gelungenen Teststrick habe ich meinen Angstgegner angegangen: Whippet nach einer Kaufanleitung von Ankestrick. Frau Maschenfein hat mich angefixt, und in ihrer Facebook-Gruppe wurden Whippets gestrickt wie Sand am Meer. So ein schönes leichtes Jäckchen! Das musste ich unbedingt auch haben. Und so kam ich zu meiner allerersten Kaufanleitung.

Nach dem Download war ich erst mal ernüchtert - 11 Seiten?? Worauf hatte ich mich da einglassen? Ach nee, die Anleitung ist aufgeteilt nach Größen  - puh!
Und für mich, die ich Strickschriften und knapp formulierte Anleitungen gewöhnt bin, ist es sehr sehr mühsam, beim Stricken nachzulesen, was ich mit der nächsten Masche tun soll.

Erst mal Maschenprobe stricken - wunderbarerweise passt die angegebene mit meiner gestrickten Probe überein:

Nach gutem Zureden aus der Facebook-Gruppe habe ich mich nun doch getraut und einfach losgestrickt.


Das Kragenstück verlief problemlos, und die kleinen "Ösen", die an der rechten Seite gestrickt werden, gefallen mir total gut. Netterweise kann man sie später gleich als Knopflöcher benutzen. Sehr praktisch gedacht!
Bei den ersten Zunahmereihen hat mich dann aber doch das Grübeln gepackt. Ich musst erst 6 Zunahmereihen stricken, um zu merken, dass man die Zunahmen aus dem Querfaden aufnimmt. Also das erst Mal ribbeln...

Als Garn habe ich mich für "Milano" von Lamana entschieden, ein Merinogarn mit 10% Kaschmir. Superedel, ganz weich und mit einer sagenhaften Lauflänge von  180m auf 25 g.

Als das Garn geliefert wurde, war ich ganz erstaunt, dass es für die große Lauflänge doch relativ dick erscheint. Hier ein Vergleich von Garnen, die ich kürzlich alle mit NS 2,5 - 3 verstrickt habe, und die alle eine unterschiedliche Lauflänge haben, obwohl die Fäden ungefähr gleich dick sind:


Lila: Merino supersoft, 225 m / 50 g (das Garn von den Babyschuhen oben)
Lime: Drops Alpaka, 165 m / 50 g (von meinem letzten Jäckchen)
Silbergrau: Lamana Milano - 360 m / 50 g, das aktuelle Garn.

Ist es nicht immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie unterschiedlich sich verschiedene Garne beim Stricken verhalten? Wie verschieden die Strickbilder ausfallen, und sogar, wie sich unterschiedliche Nadeln auf das Strickbild auswirken?

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Montag, 1. August 2016

Sweet as Honey - Endspurt

Das Jäckchen ist fertig!

In meinem letzten Beitrag bin ich fast an den schier endlosen Bündchen des ersten Ärmels verzweifelt. Kaffebohnenzöpfchen über 16 cm auf NS 2.5 sind einfach fummelig.
Wenn die erst einmal bewältig sind, strickt sich der Rest des Ärmels sozusagen von selbst und ich konnte sogar beim TV-Film mal wieder hinsehen.
Beim zweiten Ärmel habe ich jede Nadel mit den rechten  Zopfmaschen begonnen statt - wie beim ersten Ärmel - mit den linken, und das fluppte viel besser.

Hier das ansehnliche Ergebnis nach zwei Folgen Outlander und einem Star-Trek Film (richtig - das eine hab ich aussuchen dürfen, und das zweite mein Mann :) ):

Ich habe beide Ärmel mit einem provisorischen Anschlag angefangen, daher der helle Faden am Saum. Für den Fall, dass nach dem finalen Waschen und trocknen noch etwas an der Länge verändert werden muss. Zu oft schon musste ich nachträglich an der Ärmellänge korrigieren und den Anschlag mühsam aufdröseln.

Das Rumpfteil hatte ich erst einmal bis auf eine gewisse Höhe gestrickt und dann gespült, um zu sehen, wie die Länge sich verändert. Abgesehen davon, dass das Garn doch ganz schön ausgeblutet ist, reichte die Länge noch nicht aus, und ich habe noch einmal vier Musterrapporte drangestrickt.
Auf diesem Foto kann man sehr gut den Unterschied zwischen dem bereits einmal gespülten Teil und dem frisch angestrickten erkennen:

Was so ein bisschen Wasser und Shampoo doch ausrichten - ich finde das beachtlich.

Der erste Ärmel ist hier schon auf der Nadeln zusammen mit dem Rumpfteil, und die erste Raglanabnahme ist dort auch schon gestrickt:


Wenn sie erst mal fertig sind, gefallen mir die langen Ärmelbündchen richtig gut, und auch der Puffärmeleffekt, der sich durch die Zunahmen nach den Bündchen ergibt, ist sehr schön.

Obwohl ich manchmal an den Musterfolgen verzweifelt bin: Blendenmuster mit Knopflöchern, Ajour- und Zopfmuster auf den Vorderteilen und dem Rückenteil, Zopfbündchen, Raglanabnahmen mit Zopfmuster... strickte sich der Rest des Jäckchens dann doch ganz flink. Mit den Raglanabnahmen reduziert sich die Maschenzahl schnell, und umso flotter geht es vorwärts.


Anders als in der Anleitung vorgesehen, habe ich das Zöpfchenmuster im Halsbündchen fortgeführt. Bei den Zunahmen für die Bündchenmaschen musste ich ein bisschen tricksen, damit der Rapport hinkommt, aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Warum die Anleitung normale Zweierbündchen vorsieht, wo sonst alle Bündchen gezopft sind? Ich vermute, weil genau die Zunahmen zu knifflig zu berechnen waren, um sie passend in die Anleitung für die vielen verschiedenen Größen einzugliedern.

Wider erwarten musste ich nach dem abschließenden Spülbad auch an der Ärmellänge nichts mehr korrigieren. Allerdings hat die Farbe wie schon beim ersten Spülgang verhältnismäßig stark ausgeblutet. Gut, dass ich das Jäckchen nicht einfach in die Maschine geworfen habe!

Bei einem Ausflug nach Eckernförde habe ich im örtlichen Stofflädchen auch die passenden Knöpfe ergattert. Farblich passen die wie die Faust aufs Auge, und mir gefällt besonders gut, dass sie aussehen wie kleine Smileys:

Um das Jäckchen dann wirklich perfekt zu machen, habe ich mich sogar an eine Premiere gewagt – ich habe die Knopfleisten verstärkt. Bei meinem Alpaka-Silk-Jäckchen ist die Knopfleiste leider schon sehr ausgeleiert, das wollte ich bei diesem Jäckchen, dass mich so viele Nerven gekostet hat, unbedingt vermeiden. In meinem Restefundus fand sich ein limettenfarbener Stoff mit weißen Pünktchen, dessen Farbton zwar etwas gelber als die Jacke ist, aber meiner Meinung nach dennoch sehr gut passt.Eine Anleitung dazu fand ich über Pinterest bei Fröbelina.

Ich habe meinen Stoff auf einer Seite mit Einlage bebügelt, was im Nachhinein vielleicht sogar unnötig war, denn jetzt ist die Leiste wirklich sehr steif. Außerdem habe ich die gestrickten Knopflöcher noch mal mit der genähten Knopfleiste verbunden und sie dabei gleich ein bisschen in Form gezogen. So sieht das Ganze dann aus und macht furchtbar gute Laune: 

 
Zwar war das Ganze ein bisschen aufwändig, aber wenn ich mir das Ergebnis betrachte, werde ich wohl auch mein weißes Jäckchen noch entsprechend bearbeiten. Wenn die Knopfleiste durch das Eigengewicht der Knöpfe so labberig herumhängt, verliert das ganze Strickstück seinen Charme.

Damit ist mein neues Jäckchen fertig. Bei den momentan herrschenden Temperaturen werde ich es demnächst sicher schon tragen können – Tragefotos folgen dann an dieser Stelle.

Hier noch mal die Einzelheiten: 
- Anleitung: "Sweet as Honey" - kostenlos übers Garnstudio
- Garn: Drops Alpaka, 6 Knäuel, Farbe Lime (für Gr. M nach Anleitung)
- Änderungen: Rumpflänge um ca 5 cm reduziert, Halsbündchen mit Zopfmuster,Knopfleiste verstärkt
- Schwierigkeitsgrad: Die Konstruktion fand ich gut nachvollziehbar, allerdings waren die vielen verschiedenen Musterfolgen eine große Herausforderung. 4 von 5 Sternen. 
- Noch mal? Vermutlich nicht - viel zu fummelig.


Linkparty:





Mittwoch, 27. Juli 2016

Von Katzen lernen...

Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause mit dem Special "Ich packe meinen Koffer...".  Wiebke von Kreuzberger Nähte zeigt uns ihre Urlaubsgarderobe, darunter ein lustiger Bikini mit Skimotiven. Klasse Idee. 

Ich selbst bin erst Ende September dran mit Kofferpacken. Das Gute daran: Alle anderen sind schon wieder zurück und man selbst hat die schönste Zeit des Jahres noch vor sich. Das Schlechte daran: Bis man endlich Ferien hat, wird die Zeit ganz schön lang und durch Urlaubsvertretungen unter Umständen auch stressig. Aber egal - vor uns liegt ein hoffentlich sonniger August, in dem sich hoffentlich auch die Möglichkeit ergibt, zu Hause ein bisschen auszuspannen. 

Dazu brauche ich ein bisschen Unterstützung.

Was man von Katzen lernen kann?
CHILLEN!

Meine beiden sind da große Vorbilder. Ich schwöre, die beiden schaffen es, 25 Stunden am Tag zu schlafen, dösen und rumzuliegen. Und das an immer wieder neuen Plätzen. 



Oft bin ich richtig neidisch auf das faule Leben der beiden. Auf das Vermögen, den ganzen Tag rumdösen zu können, wenn nicht gerade eine Maus vorbeispaziert und zum Spiel auffordert. Und auf die Fähigkeit, von jetzt auf gleich in Tiefschlaf zu versinken. Das würde ich auch gern können - Relaxen auf Knopfdruck.
Neulich las ich, dass die gleichmäßige Verteilung schlafender Katzen auf der Erdkugel dafür sorgt, dass die Erdachse sich nicht verschiebt. Jetzt verstehe ich viel besser, warum meine Fellnasen Dauerchiller sind. Und umso besser werde ich ausharren, wenn gerade mein Schoß der Platz der Wahl für ein Nickerchen ist. Schließlich trage ich eine Verantwortung!

Zum richtigen Entspannen braucht es neben einem geeigneten Plätzchen auch die richtige Kleidung (sofern man nicht über ein flauschiges Katzenfell verfügt).

Beim letzten Stoffmarkt ist mir dieser Katzenjersey in die Finger geraten, und es war klar - das wird ein Sommerschlafanzug werden. Einer zum richtig schön Chillen. Für gemütliche Stunden im Bett oder auch morgens im Garten, wenn die Nachbarschaft noch ruht.

Ein Meter kam mit in die Tüte, dazu 1.5 m cremefarbener Uni-Jersey, und es wurde drauflosgenäht.
Das Oberteil ist meine Allzweckwaffe "Autumn Mood" aus Ottobre 5/ 13, etwas verlängert. Der Hosenschnitt ist abgenommen von einer ausrangierten Stoffhose, in der Läge gekürzt und unter den Knien wie eine Pumphose mit Bündchen versehen (ich habe sogar drauf geachtet, dass das Katzenmotiv an den Bündchen richtig herum angenäht ist!)

Et voilà - der Katzen-ChillAnzug:
Der obere Bund ist schön breit und bequem, und wird mit einem Satinband zugebunden.


Getragen morgens im Garten, auf der Lounge, bei schönem Sonnenschein und mit einer Tasse Kaffee.  Die Lounge, entstanden als Nebenprodukt des Teichbaus vor vier Jahren, ist ein ebenso gutes Utensil zum Chillen. Hier kann man nachmittags vorzüglich Nickerchen im Schatten halten.


Wer genau schaut, sieht auch den Kater, der sich unter dem Polster versteckt. Natürlich ist er in einer höheren Mission unterwegs!


Gelegentlich kann man übrigens im Garten  auch ganz besonderen Besuch beobachten:
Frau Reh mag besonders gern rote Rosen. Leider gibt es die in unserem Garten nicht. Und so ist sie nach einer kurzen Inspektion zur Frau Nachbarin weitergezogen. Bei der gibt es jetzt auch keine roten Rosen mehr...

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer - beim Me-Made-Mittwoch geht es weiter am 7.9. Ob ich bis dahin noch das eine oder andere Stück für die Urlaubsgarderobe fertiggestellt haben werde?
Inspiration hole ich mir bei den anderen Damen der Runde. Der Bikini von Kreuzberger Nähte könnte mir zum Beispiel durchaus gefallen.










Dienstag, 19. Juli 2016

Salbeipesto - frisch aus dem Garten!

In meinem Garten wächst ein Turbo-Salbei. Vor einigen Jahren musste er seinen ursprünglichen Sonnenplatz räumen, nun wächst er als Schattenkind und kommt richtig in Fahrt. So sehr, dass er über den Beetrand herauswuchert und der beste Ehemann von allen mit dem Rasenmäher nicht mehr daran vorbeikommt.

Der Salbei muss gekappt werden. Beste Zeit für ein leckeres Salbeipesto! Wie ich das hergestellt habe, könnt ihr hier lesen:
 
Zuerst habe ich von den Salbeizweigen die feinen frischen Blätter abgezupft. Eine ganze Schüssel voll. Für Pesto braucht man große Mengen Grünzeug. Die Blätter werden gewaschen und trocken geschüttelt, dann grob zerkleinert.

Weitere Zutaten: 
- Hartkäse  - Ich habe hier ein Stück Parmesan verwendet, Pecorino oder Manchege schmecken aber genauso lecker. Den Käse habe ich mit der Küchenmaschine grob geriben, das erledigt aber auch die nette Dame an der Käsetheke.
- Nüsse  - ich habe diesmal eine Tüte Walnüsse genommen. Ich habe aber auch schon mit Mandeln, Haselnüssen oder Pinienkernen experimentiert.
- eine ordentliche Menge von gutem Olivenöl. Die Blätter lassen sich nur mit großen Mengen von Öl vernünftig pürieren. 
- Salz nach Bedarf
- Schraubdeckelgläser - meine wurden 20 min. bei 120°C im Backofen sterilisiert.


Mit dem Pürierstab zerkleinere ich erst die Salbeiblätter mit Öl. Wie viel Öl ihr verwendet, ist Geschmackssache, aber nach meiner Erfahrung gilt hier: Viel hilft viel. 
Wenn ein schönes grünes Püree in der Schüssel entstanden ist, gebe ich den Käse, die Nüsse und Salz hinzu und püriere munter weiter, bis eine cremige Paste entstanden ist. 

Diese wird dann in die sterilisierten Gläser gefüllt. Wenn man oben auf das Pesto noch einmal Öl gibt, ist das Pesto luftdicht verschlossen und hält fast unbegrenzt, wenn es kühl und dunkel gelagert wird. (Ich habe noch einwandfreies Bärlauchpesto von 2013)

 Und dann nur noch der Abwasch... :)

Was mich immer erstaunt ist, dass man wirklich einen Berg Zutaten braucht, um fünf kleine Gläschen Pesto herzustellen.

Das Pesto schmeckt zu Pasta oder Gnocchi, man kann Fleisch hervorragend damit marinieren oder das Salatdressing verfeinern. Schön verpackt ist so ein selbstgemachtes Pesto auch ein schönes Mitbringsel.

Alternativ zum Salbei verwende ich auch gern Bärlauch oder Rucola. Leider habe ich keinen Basilikum im Garten (da sind die Schnecken immer schneller als er wachsen kann), aber zum Herbst hin ernte ich noch einmal alle Kräuter ab und mache ein Kräutermixpesto.

Viel Spaß beim Nachmachen- lasst es euch schmecken!

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Mittwoch, 13. Juli 2016

In Love with Caya

Vor Weihnachten gab es bei Alles für Selbermacher eine tolle Spendenaktion: Der Erlös der Verkäufe von "All you need is Love" - Jerseys von Hamburger Liebe fließt in eines von drei Charity- Projekten - welches, durfte sich der Käufer aussuchen. Prima Sache- und in die blau-grüne Variante war ich sofort verliebt.
Zwei Meter davon und ein halber Meter Romanit in passendem Kiwigrün landeten so wenige Tage später bei mir zu Hause.  Eingelagert warteten sie bis zum Mai, als ich mit angeschlagenem Knie zu Hause rumsaß und Zeit totschlug. Beim Durchblättern meiner Schnittmusterhefte bin ich in Ottobre 05/2013 über CAYA gestolpert. Eigentlich ist der Schnitt für eine Kombination aus drei Stoffen gedacht, da an den Säumen von Ärmeln und Rock jeweils Volants vorgesehen sind. Das war mir zu verspielt, und eine abgespeckte Caya in blau und grün schien mir genau das richtige für meine Stöffchen.

Die Anleitung weist ausdrücklich darauf hin, den Brustpunkt zu vermessen, da der Bundstreifen passgenau unter der Brust sitzen soll. Hab ich gemacht, das Schnitteil entsprechend angepasst - aber nachher war das ausgeschnittene vordere Oberteil doch viel zu lang. Die Anpassung hätte ich mir getrost sparen können.


Abgesehen davon ist Caya einfach zu nähen. Der Bundstreifen ist wie auch der Halsbeleg gedoppelt, was am Bauch zwar eine dicke Lage Stoff bedeutet, aber verhindert, dass einen die Ovinähte kitzeln. Einmal musste ich den vorderen Bundstreifen wieder abtrennen, da mir die Rundung nicht so gelungen war. Die Ovi tat sich ein bisschen schwer mit zwei Lagen Romanit und dem Jersey dazwischen. Im zweiten Anlauf war ich dann zufrieden. Der innere Halsausschnitt wird im Nahtschatten abgesteppt - auch hier erlange ich allmählich Übung.

Da ich die Ärmelvolants weggelassen habe und auch die Ärmellänge gekürzt habe, haben auch die Ärmelsäume noch eine Blende in kiwigrün bekommen.
Und was soll ich sagen - ich finde, der Schnitt ist ein absoluter Hammer. Total figurschmeichelnd durch den V-Ausschnitt und den Bundstreifen. Ohne die Volants zwar nur halb so romantisch wie das Original, aber auch in meiner abgespeckten Variante ein echter Traumschnitt .

So kommt Caya daher:
 
Leider ziert sich der Stoff beim Fotografieren sehr, die Farben kommen nicht so genau rüber. Das Blau ist ein royalblau, und das Grün ein knalliges kiwi.

Ausgeführt habe ich Caya am vergangenen Samstag. Da war bei uns im Dorf mächtig was los, alles, was laufen konnte, war auf den Beinen.
Zum einen war Kindervogelschießen. Für alle Nicht-Nordlichter: Das ist eine Tradition, bei der die Schulkinder bei verschiedenen Spielen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Die größeren Kinder schießen mit einer Armbrust auf einen hölzernen Vogel, und am Ende des Tages stehen dann die Schützenkönige fest. Zur Feier des Tages ist das ganze Dorf mit Wimpeln und Girlanden geschmückt, und natürlich gibt es einen Festumzug mit einer Band, die ordentlich Stimmung macht.

 Zeitgleich fand aber auch ein Treffen von Elektroautofans statt. Über 100 Elektroautos aus der ganzen Republik und sogar aus der Schweiz nahmen teil. Neben Getränken und Gegrilltem gab es als Rahmenprogramm den ganzen Samstag über Vorträge zum Thema Elektromobilität, und man durfte sich die Autos "in echt" ansehen und mit den Besitzern fachsimpeln. Das war ganz schön spannend, für mich als Benzin-Fahrerin ergaben sich ganz neue Blickwinkel.
Renault Zoés gab es eine Menge (mittleres Bild, fast wie im Autohaus). Die untere Bildreihe zeigt die Parkreihe der Teslas.  Nachdem ich einmal von einem dieser lautlos schnurrenden Rennsemmeln fast überfahren worden bin (die brauchen einfach ein Soundmodul, man hat als Fußgänger sonst keine Chance!) war ich total neugierig, so einen Wagen mal von Nah sehen zu dürfen. Ich durfte sogar in einem drinsitzen!! Was für ein cooles Auto! Und ein irre großer Kofferraum - nicht nur hinten, sondern auch vorn ist noch Stauraum, in dem der Teilnehmer aus Zürich ein Klapprad untergebracht hatte. Ob er wohl schon mal liegen geblieben ist?
Neben der einen öffentlichen Zapfstelle  waren an mehreren Stellen im Dorf "Tankstellen" eingerichtet worden. Freunde besitzten ebenfalls ein E-Auto, das mit Energie aus den Solarplatten vom Hausdach betankt wird. In ihrem Carport ist eine öffentliche E-Tankstelle, die in einem Internetportal registriert ist, und an der jeder Fahrer gegen einen Obolus "tanken" kann. Tolle Sache!
Eine Zapfstelle war an unserer Kirche aufgebaut. Üblicherweise ist der Kirchplatz gesperrt für Fahrzeuge, umso putziger fand ich die aufgereihten E-Autos, die alle an der Leitung hingen.

Das Seitenportal unseres schönen Kirchleins aus dem 15. Jahrhundert diente mir denn auch als Kulisse für die Tragefotos: 
Die Kamera hatte diesmal ihre liebe Mühe mit den Lichtverhälltnissen, auch Photoshop kam nicht klar mit den Korrekturen. Bitte seht mir die grellen Bilder nach. 

Ich hoffe aber, dass ihr sehen könnt, wie gut Caya geworden ist. Ein bisschen enger um die Taille könnte sie noch sein, aber so trägt sie sich superbequem. Der Jersey war sehr hochwertig und prima zu vernähen - und ich habe nun ein Kleid, mit dem ich auch beim nächsten "Tiermotto"-MMM mitmachen könnte :) Und sicher habe ich diesen Schnitt nicht zum letzten Mal genäht. Ich hätte da noch einen Punktejersey, der noch einen Kombipartner sucht und förmlich nach diesem Schnitt schreit.

Von den 2m habe ich lange nicht alles vernäht, aus den kleineren Resten habe ich wieder Mützen für den guten Zweck genäht: 
Ein etwas größerer Rest wird entweder auch für gute Zwecke verbraucht oder aber gespendet.

Passend zum Kleid entsteht gerade das Jäckchen "Sweet as Honey" . Eigentlich als EM-Jäckchen gedacht, schreitet es doch langsamer voran als erhofft, aber vielleicht wird es ja jetzt auch erst mal so warm, dass man kein Jäckchen braucht... hoffentlich!


Und ihr - näht ihr noch für den Sommer, oder schon für den Herbst? Das kann auf dem virtuellen Laufsteg des heutigen MMM herausgefunden werden! Die Moderatorinnencrew zeigt sich jedenfalls in Sommerkleidung - offenbar ist es in Berlin wärmer als hierzulande.