Mittwoch, 18. Januar 2017

Ein schwerer (Wasser-)Fall

Zum Jahresende litt ich unter relativer Näh-Unlust.
Über die Weihnachtsfeiertage legte sich die jedoch wieder weitgehend, und ich suchte ein einfaches, unkompliziertes Projekt, um einen schnellen Erfolg zu erleben. Außerdem brauchte ich ein passendes Oberteil zu meiner Bleistift-Hose.

Ich bin ja ein großer Ottobre-Fan, und beim Blättern in der aktuellen Ausgabe gefiel mir das Modell "Warrior":
Quelle: Ottobredesign (Heft 5/16)

Und es sollte auch keine Kapuze dran sein. Also vielleicht so wie das Modell "Cover up"?
Quelle: Ottobredesign (Heft 5/16)
 Aber ohne Ärmel. Und mit einer Blende an Halsausschnitt und Vorderkante.

Wie ihr seht - die Suche nach der Eierlegenden Wollmilchsau hatte begonnen.
Erst mal schnitt ich meinen schwarzen Jersey mutig zu, netterweise basieren die beiden Modelle auf dem gleichen Schnitt.
Doch dann...
... nahm das Elend seinen Lauf. Die Nähte werden mit Rollsaum genäht, und hier streikte meine Ovi. Egal, welche Einstellung ich vornahm, die Nähte wellten sich und wurden knubbelig.
Eine Anprobe ergab zudem
- schwarz ist viel zu massiv und erdrückt mich optisch bei einem Cape dieser Art
- Der Schnitt an sich ist einfach nicht für mich gemacht
- und vielleicht war auch das Material nicht geeignet.
Jedenfalls war das Ergebnis alles andere als so elegant und lässig, wie es die Ottobre-Modelle sind, und das Projekt Warrior / Cover up wurde ad acta gelegt.

Ein einfaches, schnelles Projekt? Ha! Ganz schön schiefgegangen.
Nun war der Stoff ja schon zugeschnitten. Was also daraus machen?
Bei der Durchsicht meines Kleiderschrankes fiel mir ein inzwischen fadenscheinig gewordener Wasserfallpullover aus Viskose-Feinstrick in die Hände. Den Schnitt hatte ich mir schon lange mal abkopieren wollen. Also los!
Und mit ein bisschen Gepussel kriegte ich auch alle Teile auf dem Jersey untergebracht. Einzig das Rückenteil musste ich geteilt zuschneiden.


Die Schultern sind stark überschnitten, und die Ärmel sind eng und gerade geschnitten.

Ganz besonders stolz bin ich auf die sehr ordentlich gelungene Einfassung des hinteren Halsausschnitts:


Allerdings ist der Jersey, obwohl er sich sehr weich und fließend anfasste, doch etwas zu schwer und steif für den Schnitt. Der Wasserfall gerät dadurch sehr voluminös, und das aus Stoffmangel etwas zu schmal geratene Rückenteil verschärft das Problem noch. Dennoch finde ich das Shirt ganz gelungen, und habe es am Tag vor Silvester am Timmendorfer Strand in der Sonne spazierengeführt:

Da das Shirt, wie auch das Original, sehr kurz geschnitten ist, trage ich ein (Kauf-)Shirt drunter. So kombiniert gefällt es mir mit meiner Hose sehr gut. Ich fühle mich lässig, aber gut gekleidet. 
An so einem sonnigen Tag im sonst so trüben, grauen und dunklen Dezember war am Strand großer Andrang. Timmendorfer Strand ist immer noch ein genialer Ort, um die Haute Volée in Pelze gewandet und behängt mit Klunkern zu beobachten. Was es da alles zu sehen gibt....
Aber auch sonst gibt es einiges (und Schöneres) zu sehen - kommt mit auf einen kleinen Rundgang. Eine der beiden Seebrücken seht ihr ja schon oben auf dem Foto. Zu ihren Füßen findet im Frühjahr immer ein Polo-Turnier statt, und im Sommer Volleyballwettbewerbe.

Das Maritime ist natürlich überall präsent an der Küste, so auch hier:


Zum Baden - und auch zum Barfußlaufen - war es an dem Tag definitiv zu kalt. Andernorts an der Ostsee wird aber an Neujahr traditionell angebadet. Die Wassertemperatur liegt aktuell bei 5°C, das ist mir definitiv zu kalt!

Es geht sehr international zu in Timmendorfer Strand. Flugs ist man von der Osterinsel zum japanischen Teepavillon auf der neuen Seebrücke gewandert. (Hier soll es angeblich einen Glasfußboden geben, das muss ich beim nächsten Mal unbedingt herausfinden!)


Nur ein paar Schritte weiter ist man in Obhut von Buddha - in dem schmucken Häuschen befindet sich eine Buchhandlung, in der sich das Stöbern immer lohnt.

Und ein bisschen sinn für Humor hat man mittem im Schickimicki auch. Bruch - Immobilien?? Hoffentlich ist das kein geschäftsverhindernder Name...
Noch einmal zurück zum Shirt - wegen des fehlgeschlagenen ersten Versuchs habe ich 1.5 m Jersey verbraucht. Ich denke, mit 1m müsste man auch auskommen können, ohne das Rückenteil zu teilen, und könnte evtl sogar noch etwas mehr Länge herausschlagen .

Wenn mir einmal ein richtig schön weicher Jersey über den Weg gelaufen kommt, würde ich den Schnitt auch noch einmal nähen, ich finde, das Shirt hat einen lässigen Look und taugt trotzdem fürs Büro.

Mehr Inspiration für Selbstgenähtes findet sich wie immer hier beim MeMadeMittwoch. "Vortänzerin" Luise schildert ihre Erfahrungen mit dem Nahttrenner am Beispiel eines großartigen Rocks aus einer alten Gardine.






Sonntag, 15. Januar 2017

Loppa-Mantel: Endspurt!

Mein Jahrensendprojekt 2016 geht in die Endrunde: Mein Loppa-Mantel!

Beim Zwischenstand letzte Woche knobelte ich mit ein paar Denkaufgaben.

Zum einen war der Kragen sehr "halsfern" geraten, da ich auf das eigentlich vorgesehene Halsbündchen verzichtet hatte. Der Plan lautete ursprünglich, dass statt Bündchen und Knopfleiste ein I-Cord um die Kanten herum gestrickt werden sollte. Ich mag I-Cords sehr gern! Kehrseite war, dass der Ausschnitt dann mittels weiterer Musterreihen und verkürzter Reihen verkleinert werden musste.
Oder doch lieber ein Bündchen und Knopfleiste? So wäre das Problem des offenherzigen Ausschnitts gelöst?
Eine kurze Umfrage in Frau Maschenfeins Facebook-Gruppe ergab ein einstimmiges Urteil: I-Cord. UNBEDINGT! Und zwar, weil das verwendete graue Garn (Milano aus dem Hause Lamana) sehr fein ist, zweifädig.
Somit stand ich vor einer Herausforderung: Eigenständig verkürzte Reihen konstruieren, und damit den Ausschnitt anpassen. Und das auch noch im Muster!
Was soll ich sagen - ich musste gar nicht lang probieren. Ich habe Maschen aus dem Anschlag aufnehmen, und in den einfarbigen Runden des Mustersatzes einfach drei Mal verkürzte Reihen gestrickt. War gar nicht schwer, und die Lösung jetzt gefällt mir sehr.

Damit war die Arena frei fürs Steeken. Diesmal habe ich die Maschen nur abgehäkelt mit sehr feinem Spitzengarn. (Bei der ersten Loppa hatte ich die Ränder nach dem Steeken auch noch mit der Nähmaschine bearbeitet, was sich aber als nicht notwendig erwiesen hatte.)



Da ihr ja gerne schreckliche Bilder seht - hier wird gesteekt (nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren):

 Für die Zweifler unter euch: Es ist wirklich nicht schlimm! Ich habe den Mantel übers Bügelbrett gezogen, mit Stecknadeln fixiert und munter zwischen den Häkelmaschen mittig geschnitten. Alles kein Problem. Man muss nur beim Aufhäkeln darauf achten, beide Maschenbeinchen zu umfassen und die Kettmaschen fest anzuziehen. Traut euch nur!

Und so ist nun ein Mantel aus der Jackenwurst geworden:


Ein Detail will ich euch noch zeigen:
Zum einen bin ich stolz wie Oskar über das super gleichmäßige Maschenbild bei dem Muster am Saum. Im Gegensatz zur Passe hatte ich dieses nicht mit Holznadeln, sondern mit Bambusnadeln gestrickt. Die sind viel weniger glitschig, und daraus ergibt sich dieses schöne Bild!


Zum anderen hatte ich die Saumkante gleich mit der doppelfädigen I-Cord abgekettet, und der Effekt gefällt mir supergut.
Jetzt kommt nur noch die Fleißarbeit von ca 3 m I-Cord auf mich zu - und dann ist mein Mantel fertig. So lange wird es sicher auch noch kalt genug bleiben, dass ich ihn diesen Winter noch tragen kann.

Was andere so stricken, könnt ihr hier sehen:  Maschenfein - auf den Nadeln im Januar
Andere kreative Werke und Inspiration bietet der  Creadienstag

Ach ja, eines kann ich euch versprechen: Mein nächstes Projekt auf den Nadeln wird ein fühlingshaftes. Ganz ehrlich!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Lieblinge im Kleiderschrank

Herzlich Willkommen in 2017! Ich hoffe, ihr seid alle gut reingerutscht?
Ich bin - bisher - von allen Bazillen verschont geblieben, und wünsche euch allen fürs neue Jahr vor allem anderen Gesundheit, und natürlich viel Zeit um Kreativsein!

Beim ersten regulären MeMadeMittwoch im neuen Jahr ist das Thema "Lieblinge aus 2016".
Das Moderatorenteam liefert eine beeindruckende Modenscau ab. Mein Favorit hierbei: Das Rosenkleid von  Nahtzugabe.

Ich persönlich habe im vergangenen Jahr viel Kleidung genäht, aber auch so viel gestrickt wie nie zuvor. Welche Kleidungsstücke taugen also zum Liebling?

Klarer Favorit: Meine Trenchjacke, genäht bei Sewing by the Sea.

Im Laufe des Jahres hat sich auch der fehlende Knopf wieder eingefunden und wurde angebracht. Damit ist die Jacke dann nun auch wirklich fertig!
Neben der wunderbaren Jacke war das Nähtreffen an der Ostsee eines meiner persönlichen Highlights im insgesamt eher strubbeligen 2016.

Dann mein "Math Teacher" - den trage ich wirklich sehr sehr gern und überlege, ob ich ihn aus einem leichten Pfeffer-und-Salz-Wollstoff noch einmal nähe:
 
Und beim Gestrickten sind zwei von den fünf Jäckchen, die ich 2016 zuwege gebracht habe, ganz weit vorn:

Meine geliebte Loppa:

Diese Jacke finde ich so toll, dass ich sie in völlig anderer Farbstellung noch einmal als Mantel stricke.

Und "Sweet as Honey":

Für 2017 stellt sich die Frage: Warum sind diese Kleidungsstücke zu Lieblingen geworden? Auch Genähtes aus dem Vorjahr habe ich viel und gern getragen, einiges ist schon richtig verschlissen und abgeliebt. Was also macht eine Klamotte zum Liebling?
- Es muss mir von der Form her stehen (hier bin ich noch in der Findungsphase betreffend Schnitten / Formen, die zu mir passen)
- Es ist gut zu kombinieren (es ist entweder blau, oder passt zu blau, weiß oder schwarz) und passt damit zu vielen anderen Stücken im Schrank. Eine bunte Farbe oder auch ein Muster ist dazu kein Hinderungsgrund.
- Es ist bequem und alltagstauglich
- Es ist haltbar und leiert nicht aus.

Was den letzten Punkt betrifft, habe ich leider einen dicken Flop gelandet - mein Geburtstags-Punktekleid wird in der kommenden Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.

 Der Jersey, den ich verwendet habe, entpuppte sich als klassischen Online-Fehlkauf. Dünn und flatterig, fing er nach 2x Tragen und einer Wäsche an zu Pillen. Sehr sehr schade, denn an sich gefällt mir das Kleid gut, und den Schnitt werde ich sicherlich noch einmal nähen.

Und was ist aus meinen Vorsätzen für 2016 geworden?
Ich wollte
- nicht mehr so viel Stoff kaufen und eine Stoffbilanz führen.
  Hab ich gemacht! Und hier die Statistik:
 Stoffbestand Januar 2016: satte 105,7 m!! Kein Wunder, dass die Stoffkiste nicht mehr schloss, und ich diverse Nebenlager eröffnen musste!
Vernäht in 2016: 47.8 m. Fast die Hälfte!
Bestand Januar 2017: 43.2 m. Jetzt geht die Stoffkiste wieder zu, und die Nebenlager haben sich gelichtet.
Die Füchse unter euch fragen sich, was mit der Differenz von immerhin 14,9 m geschehen ist? Die habe ich entweder verschenkt, verkauft, vertauscht oder gespendet.

Das hat zu tun mit Vorsatz Nr 2: keine Farbexperimente! Sprich, keine Farben, die mir erwiesenermaßen nicht stehen, keine Muster, die auftragen oder sich farblich nicht in meine bestehende Garderobe integrieren lassen. Das klappt ganz gut. Zwei Wackelkandidaten habe ich noch im Stash, mal sehen, wie ich über deren Schicksal entscheide.

Vorsatz Nr 3 lautete: Hosen nähen! Immerhin drei Stück habe ich zuwege gebracht, eine davon nach einem neuen Schnitt (den ich allerdings noch etwas tunen muss, damit das nächste Modell danach besser sitzt). Nicht so schlecht, da alle das komplette Programm mit RV, Bund, Gürtelschlaufen abdecken. Ich bin zwar immer noch kein Hosenspezialist, aber für das kommende Nähjahr sind mindestens 2 Hosen geplant.

Wie ist es euch ergangen? Was sind eure Tops und Flops? Ich bin gespannt!

Samstag, 7. Januar 2017

Loppa-Mantel: Fleißarbeit

Seit Dezember stricke ich an meinem Loppa-Mantel.
Wie sich herausstellt, ein echtes Fleißprojekt. Nach Weihnachten hatte ich die Ärmel abgeteilt und ein Stück Rumpf gestrickt (<klick> hier zum letzten Post).

Über die freien Tage zum Jahreswechsel, die wir gaaaanz ruhig verbracht haben, hatte ich schön viel Strickzeit, und so bin ich inzwischen ein gutes Stück weiter.

Damit mir nicht am Ende die Wolle ausgeht, habe ich die Ärmel zuerst gestrickt, und am Bündchen wieder ein Stück des Norwegermusters eingefügt. Statt eines normalen Rippenbündchens habe ich ein I-Cord als Abschluss gestrickt. 

Außerdem gefiel mir der Gedanke, dass die Jacke Taschen bekommen sollte. Also habe ich nahtlos eingestrickte Taschen konstruiert.


  Fertig eingestrickt sehen sie so aus:

Eine kleine Bordüre im Norwegermuster blitzt oben aus den Taschen heraus. Da der einfarbige Rumpfteil sehr lang ist und damit ziemlich massiv wirkt, finde ich das ein lustiges Detail, das die Front des Mantels etwas auflockert.  



Längenmäßig bin ich nun fast fertig - ich werde noch das aktuelle Knäuel Alpaka zu Ende stricken und dann noch eine Musterbordüre als Abschluss anfügen. Aktuell habe ich sechs Knäuel Alpaka und 5 Knäuel Kid Silk verbraucht. Ein sehr sparsames Modell, wie ich finde!


So sieht der Mantel von vorne aus. Leider sind nicht die Ärmel zu kurz geraten, sondern die Taschen sind, trozt vorheriger Anprobe, zu tief gerutscht. Da sie aber ohnehin zu klein sind, um sich die Hände darin zu wärmen, werde ich sie so lassen. Ribbeln kommt nicht in Frage. Als Taschentuchdepot reichen die Täschchen allemal aus.

Nun treibt mich eine Frage um: 
Die Originalanleitung beginnt mit einem Rippenbündchen am Halsausschnitt, bevor der Musterteil beginnt. Ursprünglich hatte ich geplant, den Mantel rundherum mit einem I-Cord zu stricken, wie ich es bei den Ärmeln ja schon gemacht habe. Nun ist der Ausschnitt am Hals allerdings noch sehr "halsfern" und muss auf jeden Fall noch weiter geschlossen werden. 

Lösung 1: Ich stricke oben noch ein Stück Musterrapport an, evtl mit verkürzten Reihen, und dann, nach dem Steeken, den I-Cord rundherum. Frage dazu: Wird so ein zierliches I-Cord bei dem massiven Mantel nicht verschwinden? Das am Ärmel ist aus 4 Maschen. Wenn ich 6 Maschen nehme, würde das funktionieren?

Lösung 2: Ich stricke doch ein Halsbündchen und eine Knopfleiste an, und ändere die Ärmelbündchen. Problem dabei: Dann muss richtigerweise noch ein Bündchen an den Saum - wie verhindere ich dabei, dass sich das Gestrick zusammenzieht? Der Mantel soll keine Tulpenform bekommen!

Was meint ihr dazu? Ich freue mich über Denkanstöße!
Bestimmt bekomme ich die beim Creadienstag, oder bei  Maschenfein!














Dienstag, 27. Dezember 2016

Ich tue es wieder: Loppa Nr 2

Beim Herbstjäckchen-Knit-Along in diesem Jahr habe ich mir eine wunderbare Jacke gestrickt: "Loppa", nach einer Anleitung von Pinneguri (hier entlang zur Anleitung auf Ravelry, die es inzwischen sogar auf deutsch gibt).

Diese Jacke löste in der Facebook-Gruppe von Frau Maschenfein einen regelrechten Hype aus. Nachdem mein Jäckchen fertig war, strickten und stricken viele Damen  nach der gleichen Anleitung.
Da kann ich doch nicht zusehen? - Andererseits: Das Norwegermuster war schon eine ganz schöne Herausforderung. Soll ich mir das noch einmal antun?
Die Antwort lautet - JAAA!
In meinem Stash lagert schon geraume Zeit eine größere Menge Drops Alpaka in rotlila, und dazu passend Drops Kidsilk in dunkellila. Beides zusammen sollte ein Mantel werden - warum also kein Loppa-Mantel?

Erste Herausforderung, wie auch beim ersten Modell, war die Farbauswahl. Rotlila war ja gesetzt, und es galt, eine passende Farbstellung drumherum zu finden. Ein Garn hatte ich schon im Blick, Lamana Milano, verstrickt bei meinem geliebten Whippet, und erhältlich in vielen Farben. Dank einer Farbberatung von Frau Maschenfein und den Mitstreiterinnen aus der Facebook-Gruppe entschied ich mich so:

Hauptfarbe: Rotlila, 1. Kontrastfarbe: Silbergrau, dazu anthrazit, perlgrau und marmor. Das Rose habe ich als Joker mitbestellt, um ein bisschen spielen zu können .

Angestrickt wurde Mitte November, und promt passierte der erste Kinken: Ich habe beim Schließen der Runde die Maschen verdreht und einen schönen Möbius prozuziert.
 Aufribbeln kam nicht in Frage. Schon mit diesen paar Musterreihen hatte ich mich gewaltig gequält. Also habe ich beherzt zur Schere gegriffen und den Möbius aufgeschnitten. Da die Jacke in Runden gestrickt wird, wird sie am Ende ohnehin aufgeschnitten (gesteekt), und dafür gibt die Anleitung extra Steekmaschen vor. Bei Reihe 1 - 8 fehlen die nun 😏

Nachdem die erste Herausforderung gemeistert  war, stellte sich die nächste: Die gewählten Farben waren nicht besonders gut voneinander zu unterscheiden, sondern sehr kontrastarm. Das Rosé, dass ich in der aktuellen Runde verstrickte, war nicht vom silbergrau zu unterscheiden. Das machte das Stricken im Muster deutlich schwieriger. 

Ein guter Tipp ist, vorher die Garnfarben zu fotografieren, und die Aufnahme auf schwarzweiß zu ändern. Sind die Farben auch in Graustufen immer noch gut voneinander zu unterscheiden, dann ist der Kontrast ausreichend. Wie in meinem Fall zu erkennen, ist er das in diesem Beispiel nicht. Also wurde rosé gestrichen aus der Farbpalette und durch rotlila ersetzt. Zusammen mit dem Anthrazit konnte ich zwei starke Farben mit drei blassen kombinieren und mich so durchs Muster tricksen:
 Dies ist der Stand nach 2 Tatorten und 9 Folgen House of Cards - das Muster hat mich dieses Mal wirklich Zeit (und Nerven!) gekostet. Aber ab hier geht es einfach zweifädig mit Alpaka und Kid Silk weiter, das läuft wie geschmiert.
 Die Ärmel sind nun abgeteilt, und die Runden um den Körper sind nun schnell gestrickt.
 Nun bin ich am Ende der Taillenabnahmen, demnächst wird wieder zugenommen 😊

Ganz besonders angetan bin ich vom Strickbild und der Haptik der Alpaka/Kidsilk-Kombination.
Die ist sowas von weich und flauschig, da ist das Stricken die reine Freude! Da die KidSilk im Farbton etwas anders ist als Alpaka und natürlich durch den Mohairanteil auch flauscht, ergibt sich außerdem ein schön meliertes Ergebnis, dass den langen Körperteil des Mantels etwas auflockert.

Bisher bin ich - trotz aller Startschwierigkeiten - schon ganz begeistert von meinem neuen Mantel. Und ganz besonders spannend find ich, wie völlig unterschiedlich das gleiche Muster wirkt, wenn es in verschiedenen Farben gestrickt wird.

Mein Beitrag wandert nun zum Creadienstag, und auch zu Maschenfein
Habt eine gute Woche!


Sonntag, 25. Dezember 2016

WKSA 2016: Frohe Weihnachten!


Unsere lieben Organisatorinnen des diesjährigen Weihnachtskleid-Sew-Alongs, Dodo und Yvonne, laden zum Finale ein. An dieser Stelle gleich vorweg: Ganz herzlichen Dank für die Moderation! Obwohl ich dieses Jahr eigentlich nicht mitmachen wollte, habe ich mich überreden lassen und es nicht bereut. 

Denn ich habe eine feine Bluse genäht, die sonst - auch aufgrund vorweihnachtlicher Nähblockade - noch immer ein kümmerliches Dasein auf meiner To-Sew-Liste fristen würde. 

Fertig war sie schon beim letzten Termin: 

 Aber getragen habe ich sie wirklich erst gestern, am Heiligabend. 
Petrus hatte ein Einsehen und hat für einen kurzen Moment den Regen abgestellt, so dass der beste Ehemann von allen schnell "Modefotos" im Garten schießen konnte.   

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Bluse. Und vor allem stolz auf mich, dass ich alle Hürden, die sich mir in den Weg stellten, gemeistert habe (Details sind hier nachzulesen).
Vor allen Dingen mag ich den Stoff mit den lustigen Punkten, der auch nach längerem Tragen kaum knittert und sich schön bügeln lässt.
Die Falten auf den Fotos oben sind meiner schlechten Haltung geschuldet. Wenn ich gerade stehe, dann fällt alles schön gerade. Und wenn ich die Hände aus den Taschen lasse, dann klafft auch vorne kein Schlitz auf. Beim nächsten Modell (und ich träume von einer ärmellosen Sommerversion!) würde ich unten allerdings noch etwas mehr Weite zugeben, und den Saum hinten kürzen.

Die Schluppe werde ich wohl noch ein weiteres Mal kürzen. Bei der Weihnachtsente waren die Bänder doch ganz schön im Weg und wurden schließlich in die Knopfleiste versteckt, um ein Soßendesaster zu verhindern.

Die Hose, die ich zur Bluse kombiniert habe, ist übrigens diese hier, die ich inzwischen auch sehr gerne trage und noch einmal nähen werde.
Jetzt lade ich euch zu mir ins Wohnzimmer ein. Die Geschenke sind inzwischen ausgepackt, aber natürlich steht der Baum noch und verbreitet Gemütlichkeit. Die Katze hat die Bank unterm Baum als ihre Höhle erkoren und ist davon nur zum Essen wegzubewegen. Und in dieser Gemütlichkeit mache ich eine "LESERSHOW" der Beiträge meiner Mitstreiterinnen beim Sew-Along. 

Euch allen noch schöne Feiertage - und kommt gesund ins neue Jahr!

Dienstag, 20. Dezember 2016

Der gelbe Finger - Handschuhfieber

Von meiner wunderbaren Loppa-Strickjacke gab es noch einige Reste des wunderbar weichen Garns Como aus dem Hause Lamana.

Außerdem gibt es von Maschenfein die feine Anleitung "Amilia" für Fingerhandschuhe. Diese Handschuhe trage ich sehr gerne, allerdings sind sie bei niedrigeren Temperaturen doch etwas zu dünn. Schon während ich Amilia strickte, dachte ich über ein Nachfolgemodell aus Como nach.

Gedacht, gemacht!


Für das Originalmuster hätte die Wolle nicht mehr gereicht, so habe ich mich bei der Konstruktion der Handschuhe an die Anleitung von Maschenfein gehalten und ansonsten frei Nase gestrickt. So habe ich ein lustiges Streifenmuster gewählt in den Farben hellgrau und Curry, und aus Garnknappheit musste ein Finger in Curry gestrickt werden, was mir sehr gut gefällt.


Die Bündchen habe ich im Rippenmuster gestrickt, aber diesmal mit rechts verschränkten Maschen. Den Effekt finde ich super, normalerweise gefällt mir mein Maschenbild beim Rippenmuster überhaupt nicht.



Herr Elch, der bisher nur als Mützenmodel posiert hat, zeigt hier sein Talent bei der Handschuhpräsentation: 
 Und auch mich haben meine neuen Handschuhe schon fein gewärmt.

Ich wünsche euch eine schöne restliche Woche, und schöne Weihnachtstage!

Mehr Gehäkeltes, Gestricktes und Gewerkeltes gibt es hier zu sehen: